Meilenstein für Wissenschaft und Wirtschaft in Hamburg

Forschung zu Zukunftsthemen 3D-Druck und Nanotechnologie wird gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft ausgebaut

Die Fraunhofer-Gesellschaft, Europas führende Organisation für angewandte Forschung, und die Freie und Hansestadt Hamburg haben vereinbart, die Zukunftsthemen 3D-Druck und Nanotechnologie am Standort gemeinsam auszubauen. Zum 1. Januar 2018 wurden nach Verhandlungen mit Bund und Ländern zwei Top-Forschungseinrichtungen aus Hamburg in die Fraunhofer-Familie überführt. Der Senat investiert in den kommenden fünf Jahren mehr als 30 Millionen Euro für die Erweiterung der Fraunhofer-Aktivitäten. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank und Dr. Raoul Klingner, Direktor Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft, haben heute im Rathaus eine Standortvereinbarung unterzeichnet.

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Meilenstein für Wissenschaft und Wirtschaft in Hamburg – Forschung zu Zukunftsthemen 3D-Druck und Nanotechnologie wird gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft ausgebaut

Im Rahmen der Fraunhofer-Strategie des Senats wurde die LZN Laser Zentrum Nord GmbH zu Beginn dieses Jahres in die Fraunhofer-Gesellschaft überführt. Sie ist die erste selbständige Fraunhofer-Einrichtung mit Sitz in Hamburg und trägt in Zukunft den Namen Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT (Fraunhofer IAPT). Darüber hinaus wurde das Zentrum für Angewandte Nanotechnologie CAN (Fraunhofer CAN) als neue Außenstelle in das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP integriert. Das IAPT und das Fraunhofer CAN sind wichtige Zentren beim Ausbau des Forschungs- und Innovationsstandortes Hamburg im Bereich der Zukunftsthemen 3D-Druck und Nanotechnologie. 

Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Innovationen sind ein Garant für wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand. Die Verbindung von herausragender Wissenschaft mit der Wirtschaft – also das Erfolgsmodell von Fraunhofer – ist von großer Bedeutung für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Hamburgs. Mit dem Fraunhofer IAPT und dem Fraunhofer CAN verfügen wir über zwei herausragende Einrichtungen, die durch die Überführung in die Fraunhofer-Gesellschaft noch mehr Schlagkraft entwickeln werden. Der Ausbau der Fraunhofer-Aktivitäten dokumentiert die noch junge, aber sehr erfolgreiche Zusammenarbeit Hamburgs mit der Fraunhofer-Gesellschaft.“ 

Für die Erweiterung der Fraunhofer-Aktivitäten investiert der Senat alleine im Zeitraum von 2018 bis 2022 mehr als 30 Millionen. Euro. Davon fließen rund 20 Millionen Euro im Rahmen einer Sonderfinanzierung in den geplanten Neubau des Fraunhofer IAPT und weitere 10 Millionen Euro werden in das Wachstum des Fraunhofer CAN und IAPT investiert. Außerdem finanziert Hamburg noch bis zu 1 Millionen Euro Integrationskosten, stellt unentgeltlich die Grundstücke für den Neubau des Fraunhofer IAPT bereit (Bestand und Neubau im Wege unentgeltlicher Erbbaurechte) und stockt seinen Beitrag zur Grundfinanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft auf. 

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Hamburg ist auf dem besten Weg, ein führender Standort für Forschung und Innovation in Europa zu werden. Mit den Bereichen 3D-Druck und Nanotechnologie haben wir Zukunftsfelder erschlossen, die wesentliche Innovationstreiber und Entwicklungsmotoren für unsere Stadt sein werden. Die Überführung des Laser Zentrum Nord und des CAN in die Fraunhofer-Gesellschaft gibt den beiden Einrichtungen einen neuen Schub und erhöht die Strahlkraft des gesamten Wissenschafts- und Innovationsstandortes Hamburg. Anwendungsorientierte Forschung spielt bei der Übertragung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in marktfähige Produkte eine entscheidende Rolle – und hat daher auch großen Einfluss auf das alltägliche Leben der Menschen. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die Top-Adresse für anwendungsorientierte Forschung in Europa.“ 

3D-Druck und Nanotechnologie als Innovationstreiber

3D-Druck und Nanotechnologie: Themen, die heute und in Zukunft nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch das alltägliche Leben der Menschen beeinflussen werden. So hilft die Additive Fertigung unter anderem dabei, Herstellungskosten zu senken, Verfahrensschritte einzusparen, Individualanfertigungen realisierbar zu machen und verschiedenste Zusatzfunktionalitäten zu ermöglichen. 

Nanotechnologie hingegen umfasst ein breites Spektrum von neuen Querschnittstechnologien mit Werkstoffen, Bauteilen und Systemen, deren Funktion und Anwendung auf den besonderen Eigenschaften nanoskaliger (≤ 100 nm) Größenordnung beruhen. Nanotechnologie ist bereits ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens und ermöglicht neue oder verbesserte Produkte. Sie kommt in Displays, LED, Solar- und Brennstoffzellen, aber auch in Sonnencremes oder diagnostische Tools in der Medizin zum Einsatz. Sowohl die Additive Fertigung als auch die Nanotechnologie sind wichtige Bereiche der Forschung am Standort Hamburg. Die Integration der neuen Einrichtungen in die Fraunhofer-Gesellschaft werden diese Forschungsfelder stärken. 

Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft: „Mit der Überführung der LZN Laser Zentrum Nord GmbH und der CAN GmbH in die Fraunhofer-Gesellschaft bauen wir unsere Kompetenzen in den Bereichen Additive Fertigung und Nanotechnologie noch weiter aus. Das erlaubt es uns, unsere Kunden und Partner schon in naher Zukunft noch besser unterstützen zu können. Mit den beiden neuen Fraunhofer-Einrichtungen werden wir neue Technologien und Lösungen entwickeln, die die deutsche und europäische Wirtschaft stärken und ihr dabei hilft, sich in zahlreichen Bereichen wie zum Beispiel der Luftfahrt, der Medizintechnik oder dem Maschinenbau erfolgreich und nachhaltig zu positionieren.“ 

Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT

Mit der Eingliederung der LZN Laser Zentrum Nord GmbH in die Fraunhofer-Gesellschaft entsteht in Hamburg ein Kompetenzzentrum für Additive Fertigung, das es sich zum Ziel setzt, diese Fertigungstechnologie durch angewandte Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen gezielt weiterzuentwickeln. 

Prof. Dr. Claus Emmelmann, Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT: „Mit der Überführung in ein Fraunhofer-Institut sind die Weichen für die Entwicklung einer der in Zukunft einflussreichsten Produktionstechnologien, der Additiven Fertigung, in der Hansestadt gestellt. Dies ist wiederum mit positiven infrastrukturellen Auswirkungen verbunden, da sich künftig viele Unternehmen für den Standort Hamburg entscheiden werden, um das umfangreiche Know-how des Fraunhofer IAPT nutzen  zu können. Zugleich werden wir in den nächsten Jahren die Zahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdoppeln.“ 

Fraunhofer-Zentrum für Angewandte Nanotechnologie CAN (Fraunhofer CAN)

Als Technologietransferzentrum im Bereich Nanotechnologie überführt das Fraunhofer CAN Forschungsergebnisse in Lösungsstrategien für neue oder verbesserte Produkte, vor allem in den Bereichen Funktionale Materialien, Life Science sowie Home und Personal Care. Mit seinen Forschungsschwerpunkten Quantendots/OLEDs, biofunktionalen Nanopartikeln sowie der Expertise für Nanopartikelsynthese mittels Flussreaktion ergänzt das Fraunhofer CAN die Kompetenzen des Fraunhofer IAP ideal. 

Prof. Dr. Weller, Leiter Fraunhofer-Zentrum für Angewandte Nanotechnologie CAN: „Die Anbindung an die Fraunhofer-Gesellschaft eröffnet uns völlig neue Perspektiven, auch in Bereichen, in denen wir bisher nicht aktiv waren. Denn über die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAP hinaus werden wir gemeinsam mit anderen Fraunhofer-Instituten neue Themenbereiche erschließen.“ 

Hintergrund Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die größte Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 70 Institute und Forschungseinrichtungen mit rund 24.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Standorten in ganz Deutschland. Internationale Niederlassungen sorgen für Kontakt zu den wichtigsten gegenwärtigen und zukünftigen Wissenschafts- und Wirtschaftsräumen. 

Fraunhofer-Gesellschaft in Hamburg

Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt anwendungsorientierte Forschung in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt zum unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft und zum Vorteil der Gesellschaft. In Hamburg sind das Zentrum für Maritime Logistik und Dienstleistungen – Center for Maritime Logistics and Services CML, Institutsteil des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik, Dortmund, der IME-ScreenigPort des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie, Aachen, sowie das Anwendungszentrum für Leistungselektronik und Regenerative Energiesysteme des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie, Itzehoe, angesiedelt. Seit dem 1. Januar 2018 ist zudem das Centrum für Angewandte Nanotechnologie CAN neue Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP, Potsdam, und das Laser Zentrum Nord unter dem Namen Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT die erste selbständige Fraunhofer-Einrichtung mit Sitz in Hamburg. 

Fraunhofer Forschungseinrichtungen in Hamburg

Die Freie und Hansestadt Hamburg und die Fraunhofer-Gesellschaft wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen 3-D-Druck und Nanotechnologie ausbauen. Im Januar sind zwei Hamburg Forschungseinrichtungen Mitglied in der Fraunhofer-Familie geworden.

Weitere Informationen im Online-Themenspecial unter:

http://wissenschaft.hamburg.de/wissenschaft-erleben/fraunhofer-forschung-in-hamburg/

Rückfragen der Medien:
Julia Offen
Pressesprecherin
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Telefon: (040) 428 63 – 2322
E-Mail: julia.offen@bwfg.hamburg.de