100.000 Euro für norddeutsche Klimaforschung

Norddeutscher Wissenschaftspreis geht an länderübergreifendes Forschungsprojekt zu Kaltwasserkorallen

Der Preisträger 2015 ist ein länderübergreifendes Wissenschaftlerteam der Universität Bremen, des GEOMAR-Helmholtz-Zentrums in Kiel und des Leibniz-Instituts Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen den Einfluss von Umweltveränderungen auf die Ökosysteme von Kaltwasserkorallen. Den hervorragenden zweiten Platz belegte das Projekt „Genus“, das von der Universität Hamburg eingereicht wurde.

100.000 Euro für norddeutsche Klimaforschung

Der Preisträger 2015 ist ein länderübergreifendes Wissenschaftlerteam der Universität Bremen, des GEOMAR-Helmholtz-Zentrums in Kiel und des Leibniz-Instituts Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen den Einfluss von Umweltveränderungen auf die Ökosysteme von Kaltwasserkorallen. Den hervorragenden zweiten Platz belegte das Projekt „Genus“, das von der Universität Hamburg eingereicht wurde. 

„Meeres- und Klimaforschung sowie grüne Energie werden immer stärker zu Alleinstellungsmerkmalen in der deutschen Forschungslandschaft“, sagte die schleswig-holsteinische Wissenschaftsministerin Kristin  Alheit anlässlich der Preisübergabe in Kiel. „Der Norden spielt dabei eine gewichtige Rolle.“  

Schleswig-Holstein hat dieses Jahr den Vorsitz in der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz und ist zugleich Gastgeberland für die Verleihung des Norddeutschen Wissenschaftspreises. Der Preis wird seit 2012 gemeinsam durch die  Freie Hansestadt Bremen, die Freie und Hansestadt Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vergeben. In diesem Jahr haben die Länder das Preisgeld einvernehmlich von 50 000 auf 100 000 Euro verdoppelt. 

Mit dem Preis werden herausragende, länderübergreifende Wissenschaftskooperationen gewürdigt, die zur Profilierung der norddeutschen Forschungslandschaft beitragen. Das Preisgeld kann frei verwendet werden, im Rahmen der Aufgaben von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. In diesem Jahr stehen Projekte aus dem Bereich Klima- und Umweltforschung im Zentrum. Es haben sich insgesamt acht Forschungsprojekte beteiligt. 

Das Auswahlverfahren wird im Auftrag der norddeutschen Länder durch die Geschäftsstelle der wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen koordiniert. Im kommenden Jahr richtet Mecklenburg-Vorpommern den Preis aus. Es stehen dabei die Geisteswissenschaften im Fokus. 

Hintergrund zu den beiden Finalisten: 

1. Kaltwasserkorallen im Atlantischen Ozean (einreichende Hochschule: Universität Bremen) 

Kaltwasserkorallen bilden faszinierende Ökosysteme entlang der Ränder nahezu aller Kontinente. Dabei stehen sie ihren weitaus besser bekannten tropischen Verwandten in Bezug auf die Artenvielfalt kaum nach. In den von ihnen bevorzugten Wassertiefen von 500 bis 1000 Meter sind die Kaltwasserkorallen allerdings viel schwerer zugänglich und deshalb bisher kaum untersucht. Trotzdem ist inzwischen deutlich geworden, dass auch sie durch sich ändernde Klima- und Umweltbedingungen maßgeblich beeinflusst werden. Wiederholt haben solche Änderungen regional sogar zum zeitweiligen Aussterben der Kaltwasserkorallen geführt. Angetrieben durch das gemeinsame Interesse, die Entwicklung der Kaltwasserkorallen zu verstehen, entwickeln Wissenschaftler aus dem MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen, dem GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und dem Leibniz-Institut Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven seit 15 Jahren zusammen nationale und internationale Forschungsprojekte. Diese führen sie auf Schiffsexpeditionen, während derer sie mit bemannten Tauchbooten und Tauchrobotern diese faszinierende Ökosysteme interdisziplinär untersuchen und dabei sogar ganz neue entdecken. 

2. GENUS (einreichende Hochschule: Universität Hamburg) 

Das Benguela-Auftriebsgebiet vor Südwest-Afrika ist eines der vier großen Auftriebsgebiete in den Ozeanen. In diesen Regionen gelangt nährstoffreiches Tiefenwasser in die oberen lichtdurchfluteten Meereszonen und bewirkt dort eine hohe Primärproduktion, der andere Organismen folgen. Es beherbergt somit ein reiches und kommerziell wichtiges Nahrungsnetz mit komplexen CO2-Bilanzen. Das zentrale wissenschaftliche Ziel des GENUS-Projektes (Geochemistry and Ecology of the Namiban Upwelling System) ist es, den Einfluss des Klimawandels auf das Benguela-Auftriebsgebiet abzuschätzen. Dazu sollten die Beziehungen zwischen physikalischem Antrieb, biogeochemischen Kreisläufen (Nährstoffe und Treibhausgase) und der Ökosystemstruktur und -leistung aufgeklärt werden. Durch den Zusammenschluss der Universitäten Hamburg und Bremen im Verbund mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht, dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen und dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven ist die notwendige wissenschaftliche Kapazität entstanden, um die anspruchsvollen Ziele zu erreichen.

 

Rückfragen der Medien:

Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Pressesprecherin, Julia Offen
Tel.: 040-42863 2322
Mobil: 0170-2843292
Mail: julia.offen@bwfg.hamburg.de
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