InnovationCampus Green Technologies (ICGT) soll noch in diesem Jahr starten

Senat will 4,45 Millionen Euro in Zentrum für Technologietransfer und Unternehmensgründungen investieren

Innovationen entstehen durch Marktanwendungen von Erfindungen und Ideen. Damit sie sichtbar werden und wirken können, brauchen sie einen Ort. Dieser Ort soll der ICGT, der InnovationCampus Green Technologies, sein. Das Zentrum für Existenzgründerinnen und Existenzgründer soll nach den neuen Plänen sein Zuhause im Gebäude der TuTech Innovation GmbH im Harburger Binnenhafen haben.  Nachdem gestern der Senat das neue Konzept beschlossen hat, wird nun die Bürgerschaft um Zustimmung gebeten. Dann könnten nach einer umfassenden Neugestaltung des Gebäudes bereits 2016 das Institut für Entrepreneurship der TUHH, das Startup Dock, Gründerinnen und Gründer sowie Startups einziehen. Damit wird ein universitätsnahes Zentrum für Technologieausgründungen geschaffen, das Kreativität, Forschergeist und junge kluge Köpfe fördert.

InnovationCampus Green Technologies (ICGT) soll noch in diesem Jahr starten

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Wegweisende Gedanken und Lösungen brauchen Raum und Zeit, um sich zu entwickeln. Kluge Köpfe brauchen Gleichgesinnte, mit denen sie sich austauschen können. Und junge Startups sind angewiesen auf professionelle Beratung und günstige Büroflächen. All das wird jetzt mit dem InnovationCampus Green Technologies möglich. Wir fördern damit Unternehmensausgründungen zu einem sehr frühen Zeitpunkt, zu dem Investoren oftmals noch nicht bereit sind, sich zu engagieren. Damit sorgen wir dafür, dass die Wertschöpfungskette von der Forschung über Firmengründungen zu Prototypen bis hin zur Fertigungsreife von innovativen Produkten in Hamburg noch stärker verankert wird.“

Die TuTech Innovation GmbH betreut schon seit langer Zeit erfolgreich Startups. Die Gründer der bentekk GmbH beispielsweise haben intelligente Messtechnik für die Vor-Ort-Analyse von Schadstoffen entwickelt. Die TUHH- und NIT- (Northern Institute of Technology Management) Absolventen Johannes Weber und Matthias Schmittmann haben mit ihrem Produkt den „Gründergeist“ der Wirtschaftsjunioren der Handelskammer Hamburg gewonnen sowie den Hamburger Innotech-Preis. Ihr Messgerät, das vor allem am Institut Umweltmesstechnik der TUHH entwickelt wurde, schützt Arbeitskräfte vor Chemikalien wie Benzol, das in niedrigsten Konzentrationen bereits eine Gesundheitsgefahr darstellt. Den Gründern ist der Transfer von der Idee zum Produkt mit dem Verkauf erster Messgeräte gelungen. Mit Unterstützung von Risikokapital soll das Messgerät bald überregionalen Erfolg haben.

Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig ein Forschungs- und Technologie-Gründerzentrum für Hamburg und den Stadtteil Harburg ist. Der Start des ICGT war in der Vergangenheit mit Schwierigkeiten verbunden. Ein ursprünglich geplanter Neubau konnte nicht realisiert werden, das neue Konzept hat aber viele Vorteile. Katharina Fegebank: „Die jetzt gefundene Lösung überzeugt. Der ICGT kommt schneller, bietet mehr Flächen und ist deutlich wirtschaftlicher.“

Zu den wichtigen Partnern des ICGT zählen das Institut für Entrepreneurship der TUHH und das Startup Dock. Beide begleiten Absolventinnen und Absolventen der TUHH eng auf dem Weg von der Idee zum Produkt. Auch die Stipendiatinnen und Stipendiaten des EXIST-Forschungstransfer-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ziehen in den ICGT ein. Das EXIST-Programm unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändiger und risikoreicher Entwicklungsarbeit verbunden sind. Bisher waren alle Treiber von Ausgründungen, Stipendiaten und Einrichtungen der TUHH über Harburg und den Campus verteilt.

Die TuTech Innovation GmbH, die von der TUHH und der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung getragen wird, zieht im Frühjahr dieses Jahres in die Nachbarschaft des ICGT, in den sogenannten „Goldfisch“. In dem Gebäude arbeiten auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das TUHH-Institut für Luftfahrttransportsysteme. So entsteht im Harburger Binnenhafen ein weiteres rein wissenschaftlich genutztes Gebäude. Die Eröffnung des ICGT ist für Ende 2016 geplant.