Auf der Suche nach einer zwei­ten Erde: Pla­ne­ten­jä­ger CAR­ME­NES er­folg­reich ge­tes­tet

Auf der Suche nach einer zwei­ten Erde: Pla­ne­ten­jä­ger CAR­ME­NES er­folg­reich ge­tes­tet

Nach fünf­jäh­ri­gen Vor­ar­bei­ten ist im No­vem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res ein hoch­kom­ple­xes as­tro­no­mi­sches In­stru­ment zum Auf­spü­ren erd­ähn­li­cher Pla­ne­ten er­folg­reich ge­tes­tet wor­den. Das am 3,5-​Me­ter-​Spie­gel­te­le­skop des Ca­lar-​Al­to-​Ob­ser­va­to­ri­ums nahe Almería (Spa­ni­en) be­trie­be­ne Gerät soll ab An­fang 2016 zur Er­schlie­ßung eines der span­nends­ten Ge­bie­te der Welt­raum­for­schung bei­tra­gen: der Suche nach einer zwei­ten Erde. Das Mess­ge­rät na­mens CAR­ME­NES wurde von einem in­ter­na­tio­na­len Kon­sor­ti­um aus elf deut­schen und spa­ni­schen In­sti­tu­tio­nen, dar­un­ter auch die Ham­bur­ger Stern­war­te, ge­plant und ge­baut.

CAR­ME­NES be­steht aus zwei Spek­tro­me­tern, die das sicht­ba­re und in­fra­ro­te Licht von as­tro­no­mi­schen Ob­jek­ten ana­ly­sie­ren kön­nen und die beide für die Ent­de­ckung von Pla­ne­ten op­ti­miert wor­den sind, die nahe um Ster­ne krei­sen.

Prof. D. Jür­gen Schmitt von der Ham­bur­ger Stern­war­te, der Spre­cher des von der DFG fi­nan­zier­ten Gra­du­ier­ten­kol­legs „Ex­tra­so­la­re Pla­ne­ten und ihre Zen­trals­ter­ne“ an der Uni­ver­si­tät Ham­burg, er­klärt: „Die CAR­ME­NES-​Be­ob­ach­tun­gen wer­den unser Ver­ständ­nis von Pla­ne­ten au­ßer­halb un­se­res Son­nen­sys­tems sowie ihren Zen­trals­ter­nen in den kom­men­den Jah­ren fun­da­men­tal ver­än­dern.“

Suche nach le­bens­freund­li­chen Be­din­gun­gen

„Mit der Suche nach die­sen Pla­ne­ten wol­len wir ver­ste­hen, wie und wo diese Him­mels­kör­per ent­stan­den sind und ob sie le­bens­freund­li­che Be­din­gun­gen bie­ten. In­zwi­schen wur­den schon etwa zwei­tau­send von ihnen ent­deckt. Al­ler­dings sind die meis­ten von ihnen eher le­bens­feind­lich“, er­gänzt Prof. Dr. An­dre­as Quir­ren­bach vom Zen­trum für As­tro­no­mie der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg, der Lei­ter des CAR­ME­NES-​Pro­jek­tes.

Viel­ver­spre­chend sind da­ge­gen Pla­ne­ten, die um so­ge­nann­te M-​Ster­ne krei­sen. Dabei han­delt es sich um klei­ne­re und leucht­schwä­che­re Ster­ne, die Pla­ne­ten mit stern­na­hen Bah­nen an­ge­neh­me Tem­pe­ra­tu­ren bie­ten. Und genau diese Pla­ne­ten kann CAR­ME­NES ent­de­cken.

Welt­weit ein­ma­li­ges In­stru­ment

Auf­grund der Be­deu­tung der Pla­ne­ten­su­che hat das Ob­ser­va­to­ri­um in Spa­ni­en 600 Be­ob­ach­tungs­näch­te mit sei­nem größ­ten Te­le­skop re­ser­viert. „Fo­kus­sier­te Pro­jek­te die­ser Größe sind in der mo­der­nen As­tro­no­mie sehr sel­ten“, sagt Dr. Jesus Ace­i­tu­no, der stell­ver­tre­ten­de Di­rek­tor des Ob­ser­va­to­ri­ums. „Mit CAR­ME­NES er­hält der Calar Alto ein welt­weit ein­ma­li­ges In­stru­ment und wird somit zu einem be­deu­ten­den Zen­trum für die Suche nach erd­ähn­li­chen Pla­ne­ten.“

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu CAR­ME­NES