Virtual Reality – Massenmarkt in Sicht?

Virtual Reality – Massenmarkt in Sicht?

GameCity:Hamburg-Leiter Oliver Redelfs über die beeindruckenden Möglichkeiten, die Virtual-Reality-Spiele bieten. Heute und in Zukunft

Als Adler über die Dächer von Hamburg oder Paris gleiten, durch dunkle Katakomben schleichen, als Bergsteiger ein echtes Gefühl für Höhe erleben oder komplett in eine andere (Weltraum)Dimension eintauchen – die Möglichkeiten, die Virtual-Reality-Spiele bieten, werden immer beeindruckender. „Und es wird noch besser“, ist Oliver Redelfs überzeugt. Der Sprecher und neue Projektleiter von gamecity:Hamburg erwartet weitere faszinierende Techniksprünge.

Hyperrealistische Bilder erlauben authentisches Spielgefühl

„Eyetracking ist ein möglicher nächster großer Schritt. Damit bewegt sich der Spieler mittels Augenbewegung im Raum. Erste Prototypen dazu gibt es bereits.“ Vor allem aber in der Optik werde sich noch viel tun, prognostiziert Redelfs. „Wir werden hyperrealistische Bilder sehen. Die Struktur von Oberflächen wird ungemein detailliert dargestellt werden, so dass kleinste Risse oder Unebenheiten sichtbar werden.“ Das sei besonders interessant, wenn das Spielszenario einen Spieler mit Superkräften vorsieht, der beispielsweise Metall verbiegt.

Massenmarkt 2020 erobert?

Zukunftsmusik? Ja, schon. Aber im Gegensatz zu einem früheren VR-Hype, der 2007 mit Second Life seinen Höhepunkt erlebte, dann aber verebbte – auch weil die Technik noch nicht ausgefeilt genug war – erleben wir heute eine stabile Entwicklung, ist Redelfs sicher. „Schon weil große Unternehmen wie Facebook (Oculus), Samsung, HTC, Valve, Sony oder Google die Technologie nun vorantreiben und VR kein Nischen-Thema einer begeisterten Spieler-Community mehr ist.“ Allerdings werde es noch etwas dauern, bis VR sich auf dem Massenmarkt für Endkonsumenten durchsetzen wird, die Brillen nicht mehr so unhandlich und klobig sind und bis ausreichend starke Akkus störende Kabel ersetzt haben. Redelfs nennt als Prognose 2020.

Hamburg bedeutender Game-Standort

Auch Hamburg könnte von der VR-Begeisterung profitieren, sowie von den Entwicklungen in den Bereichen Augmented Reality (AR), also ´Erweiterte Realität` und Mixed Reality (MR). Darunter werden Umgebungen oder Systeme verstanden, die die reelle Welt mit einer virtuellen Realität vermischen. Die ohnehin agile Games-Branche könnte so einen weiteren Schub erhalten, meint Redelfs. „Hamburg ist schon heute einer der bedeutendsten Game-Standorte Deutschlands. Die rund 160 Unternehmen mit gut 4.700 Mitarbeitern im ´Ökosystem Games` stellen eine hoch virale und gut vernetzte Branche dar.“ Unterstützung erhält die Hamburger Games-Szene von der neuen Standort-Initiative „nextReality.Hamburg“. Die VR, AR, MR & 360°Content-Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Entwickler mit Hamburger Unternehmen zusammen zu bringen, um die neuartigen Visualisierungsmöglichkeiten erfolgreich einzusetzen.

„Bereits heute bietet VR im B2B-Umfeld und im Bereich Education enorme Möglichkeiten. Und die Game-Entwickler verfügen über Erfahrung und Know-how, um die virtuellen Welten professionell zu erschaffen“, weiß Redelfs. „So profitieren beide Seiten von einer Zusammenarbeit.“

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