Master-Thesis an der HCU Hamburg errechnet: Platz für 75.000 Wohnungen auf Hamburgs Dächern

Master-Thesis an der HCU Hamburg errechnet: Platz für 75.000 Wohnungen auf Hamburgs Dächern

Geomatikstudent Oliver Dalladas von der HafenCity Universität Hamburg (HCU) hat in seiner Master-Thesis die hamburgischen Wohngebäude anhand des amtlichen 3D-Stadtmodells auf Abstandsflächen und Gebäudehöhen analysiert und das baurechtliche Potenzial von Gebäudeaufstockungen festgestellt. Das Ergebnis: Baurechtlich wäre es in Hamburg möglich, durch Gebäudeaufstockungen insgesamt 75.000 neue Wohnungen zu schaffen!

Dalladas hat ein Computerprogramm entwickelt, das für jedes ausgewiesene Wohngebäude im amtlichen 3D-Stadtmodell die Abstandsflächen zur Straßenmitte und hieraus die zulässigen Abstandsflächen und Gebäudehöhen ermittelt. Verschiedene Parameter können im Computerprogramm verstellt werden: Ausschlusskriterien für die Analyse waren Gebäude, die nach der Aufstockung über 22 Meter hoch wären, um die Rettungswege für die Feuerwehr sicherzustellen, niedrige Gebäude unter neun Metern Höhe (da vermutlich Einfamilienhäuser) oder Gebäude, die durch die Entfernung von mehr als 25 Metern zur Straßenmitte vermutlich in Hinterhöfen liegen.

Das Ergebnis dieser digitalen Analyse wurde gebäudeweise in einer Hamburg-Karte dargestellt und ist eine neue und detaillierte Dokumentation der baurechtlichen Möglichkeiten, um Wohngebäude in der Hansestadt aufzustocken.

In der Hamburg-Karte dargestellt werden vorerst nur eingeschossige Erhöhungen von Wohngebäuden, da deren Bausubstanz hierfür meist ausreichend stabil ist, doch Bauten der Nachkriegszeit können im Regelfall sogar mehrgeschossig aufgestockt werden. So könnten zum Beispiel in Altona ca. 9.000 und in Eimsbüttel sogar ca. 14.000 neue Wohnungen entstehen!

Dr.-Ing. Bernd Dahlgrün, Betreuer der Master-Thesis an der HCU Hamburg: „Hamburg ist nur halb so dicht besiedelt wie München und wird bis 2030 voraussichtlich um 70.000 Haushalte anwachsen. Die Hansestadt kann ohne Verlust Ihrer Lebensqualität nachverdichtet werden und hat ein erhebliches Wohnraum-Potential auf ihren Dächern! Für Wohnungen in Gebäudeaufstockungen muss kein zusätzliches Bauland ausgewiesen, gekauft, erschlossen und versiegelt werden.“

Die Master-Thesis wurde von Herrn Prof. Dr.-Ing. habil. Jochen Schiewe (Arbeitsgebiet Geoinformatik und Geovisualisierung) und Dr.-Ing. Bernd Dahlgrün (Arbeitsgebiet Entwerfen und Baukonstruktion) begleitet.

GIS-gestützte Abschätzung des Gebäudeaufstockungspotentials in Hamburg

In dieser Arbeit sollte aufgrund eines stark erhöhten Wohnraumbedarfes in Hamburg geprüft werden, welches Potential die Gebäudeaufstockung als Form der innerstädtischen Nachverdichtung hat. Mithilfe von Analysen in einem Geographischen Informations-System (GIS) sollte dabei dei Einhaltung öffentlicher Abstandsflächen sowie die Einhaltung bis zur Hochhausgrenze geprüft werden. Werden diese baurechtlichen Faktoren isoliert von anderen potentiellen Einschränkungen betrachtet, so ergibt sich ein enormes Potential für den Gewinn neuen Wohnraums. Werden in einer vorsichtigen Schätzung  nur eingeschossige Erhöhungen berücksichtigt, da deren Bausubstanz hierfür meistens stabil genug ist, könnten in Hamburg insgesamt 75.000 Wohnungen geschaffen werden.

Kurzfassung der Thesis

Karten zum Aufstockungspotential - nach Bezirken

Altona

Bergedorf

Eimsbüttel

Hamburg-Mitte

Hamburg-Nord

Harburg

Wandsbek