HafenCity Universität feiert 250 Jahre Bauausbildung in Hamburg

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Zwischen Kunst und Technik HafenCity Universität feiert 250 Jahre Bauausbildung in Hamburg

In einem Festakt mit geladenen Gästen feierte die HafenCity Universität Hamburg (HCU) am Donnerstagabend, den 18. Mai den 250. Jahrestag des Beginns der akademischen Bauausbildung in Hamburg. Erst im vergangenen Jahr beging die HCU Hamburg ihr 10-jähriges Bestehen, doch blickt sie schon jetzt auf eine lange Tradition der  Bauausbildung in Hamburg zurück. 

Nach Grußworten von Katharina Fegebank, Zweiter Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg sowie von Dr. Dr. h.c. Jürgen Lüthje, Mitglied des Vorstands der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und HCU-Präsident Dr.-Ing. Walter Pelka, hielt den Festvortrag des Abends der bekannte Hamburger Architekt und Ehrendoktor der HCU Hamburg, Prof. Dr.-Ing. h.c. Volkwin Marg. Er erläuterte die Entwicklungsgeschichte der Aufspaltung der Einheit von Baukunst und Stadtbaukunst in getrennte Fachdisziplinen und die Notwendigkeit interdisziplinären Gestaltens, insbesondere im internationalen Vergleich eigener städtebaulicher Großprojekte. 

Musikalische Beitrage des Baum Quartetts der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) und ein Get-Together der rund 250 internationalen Gäste aus Wissenschaft und Bau-Praxis sowie der Stadt Hamburg führten zu einem gelungen Abend. 

Die HCU Hamburg besinnt sich mit der Feier des Jubiläums von 250 Jahren Bauausbildung in Hamburg auf eine frühe, private Initiative der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e.V. So gründete der Kirchenbaumeister und Gründungsmitglied der Patriotischen Gesellschaft, Ernst Georg Sonnin an Himmelfahrt 1767 eine Bauzeichenklasse zur höheren Ausbildung der Bauleute, in der zunächst perspektivisches Zeichnen, später dann Mathematik, Statik, Mechanik und Maschinenkunde gelehrt wurde. Nach einigen Umsiedlungen sowie einer ständigen Erweiterung des Curriculums übernahm 1865 die Stadt Hamburg die Bauausbildung in ihre Verantwortung mit der Gründung der Staatlichen Schule für Bauhandwerker. Von den frühen Wurzeln der Bauausbildung bis zur Gründung der auf Baukunst und Metropolenentwicklung fokussierten HCU Hamburg beinahe 250 Jahre später lässt sich eine direkte Verbindungslinie ziehen. 

Ihre Entwicklungsgeschichte sowie ihre Ausrichtung auf Zukunftsfragen von Metropolen hat die 2006 gegründete HCU Hamburg in einer wissenschaftlichen Publikation aufbereitet, die unter dem Titel “Science and the City: Hamburg’s Path to a Built Environment Education“ im Jovis Verlag erschienen und seit Mai im Buchhandel erhältlich ist.

Dass die HCU inzwischen ein fester Bestandteil der Wissenschaftsstandortes Hamburg ist, verdeutlichten die geladenen Redner und Rednerin, die am Donnerstagabend der Einladung ins Holcim Auditorium der HCU folgten. 

Katharina Fegebank, Zweiter Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg:
„Was 1767 in einer Bauzeichenklasse begann, ist 250 Jahre später in der HCU wieder zusammengekommen: eine integrierte baubezogene Ausbildung. Wir wollen gemeinsam dazu beitragen, dass die HCU nicht nur eine kurze Episode in der Geschichte der Hamburger Bauausbildung bildet, sondern eine lange Ära prägen kann. Diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen und gemeinsam am Zukunftskonzept der HCU feilen.“ 

Prof. Dr.-Ing. h.c. Architekt Volkwin Marg:
 „Die wachsende Zahl der Spezialisten versteht von immer weniger mehr, die schrumpfende Zahl von Generalisten versteht von immer mehr immer weniger.“ […]

“Erst spaltete man die Fakultäten in Kunst und Technik, das heißt Architekten und Bauingenieure, danach auch noch den Städtebau von der Architektur. Diese Fehlentwicklung muss die HCU durch interdisziplinäre Lehre überwinden.“ 

Dr. Dr. h.c. Jürgen Lüthje, Mitglied des Vorstands der Patriotischen Gesellschaft von 1765:
„Die HCU Hamburg steht in einer langen Tradition der Entwicklung von handwerklicher, technischer und wissenschaftlich-künstlerischer Baukultur in Hamburg, die schon 1767 mit der Einrichtung einer Bauzeichenschule durch die Patriotische Gesellschaft begann und heute durch die interdisziplinäre Verbindung der Architektur-, Ingenieur- und Städtebaufächer in Forschung und Lehre der HCU weiterentwickelt wird. Das ist zugleich Aufgabe und Herausforderung dieses neuen Hochschultyps." 

Dr.-Ing. Walter Pelka, Präsident der HafenCity Universität Hamburg:
„Die private Gründung der Bauzeichenklasse vor  250 Jahren widerlegt den Ruf Hamburgs als bildungs- und wissenschaftsferner Stadt. Stadtgesellschaft und Hochschulen dürfen nicht aufhören sich gegenseitig zu fordern. Wenn man die zukunftsweisenden Projekte unserer Zeit betrachtet, liefern gerade die unkonventionellen Denkweisen und kreativen Techniken häufig die besten Ergebnisse. Dabei sind es die interdisziplinären Schnittstellen und manchmal auch die Reibung und Konkurrenz zwischen Technik, Architektur, Stadtplanung, Ingenieurwesen, Soziologie und Kunst, die wirkliche Innovationen entstehen lassen.“ 

Eine Chronik zu 250 Jahren Bauausbildung in Hamburg finden Sie auf der Website der HCU Hamburg:
https://www.hcu-hamburg.de/universitaet/das-profil-der-hcu/meilensteine 

Der 3. Band der Publikations-Reihe „Perspectives in Metropolitan Research“ mit dem Titel „Science and the CityHamburg’s Path to a Built Environment Education” ist im Jovis Verlag erschienen:
https://www.jovis.de/de/buecher/perspectives-in-metropolitan-research.html 

Kontakt

Marina Brink
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Public Relations Manager
HafenCity Universität Hamburg (HCU)
Telefon: +49 (0)40/42827-2733
marina.brink@vw.hcu-hamburg.de