Nanoforschungszentrum feiert Eröffnung in Bahrenfeld

Das interdisziplinäre Center for Hybrid Nanostructures (CHyN) der Universität Hamburg nimmt Betrieb auf

Das interdisziplinäre Center for Hybrid Nanostructures (CHyN) der Universität Hamburg nimmt Betrieb auf

Heute wurde das Center for Hybrid Nanostructures (CHyN) auf dem Forschungscampus Bahrenfeld feierlich eröffnet. Die Idee des CHyN ist weltweit einmalig: In einem interdisziplinären Ansatz erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Physik, Chemie, Biologie und Medizin Nanostrukturen. Diese Forschung bietet ein immenses Potential für Anwendungen in Medizin und Biologie. Zum Beispiel könnten in Zukunft kleinste bioelektronische Implantate zerstörte Sinneszellen ersetzen und Menschen Sehen, Hören oder das Bewegen von Armen oder Beinen wieder ermöglichen. 

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, der Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen, Sprinkenhof-Geschäftsführer Martin Görge sowie CHyN-Direktor Prof. Dr. Robert Blick nahmen an der feierlichen Eröffnung der neuen Forschungsinstitution teil. 

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Ich freue mich, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am CHyN nun ihre Arbeit aufnehmen können. Das neue Gebäude und Forschungsprogramm ist weltweit einzigartig und kann unter anderem dabei helfen, hochmoderne Behandlungsmethoden zu entwickeln. Das CHyN fügt sich zudem perfekt in die bestehende und entstehende Infrastruktur am Forschungscampus Bahrenfeld ein und leistet somit einen wichtigen Beitrag, Hamburg zur internationalen Wissenschafts- und Innovationsmetropole auszubauen und kluge Köpfe aus aller Welt anzuziehen.“ 

Den anspruchsvollen Neubau realisierte die Sprinkenhof GmbH im Auftrag der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. Dafür investierten die Bundesrepublik Deutschland sowie die Freie und Hansestadt Hamburg mehr als 61 Millionen Euro. 

Das Gebäude schafft die Rahmenbedingungen für eine vernetzte Forschung der Disziplinen Physik, Biologie, Chemie und Medizin im Nanobereich. Ziel ist, die Eigenschaften von Festkörpern und von Bio-Materialien zu analysieren, diese einander anzupassen, um daraus schließlich neue Materialeigenschaften - hybride Nanostrukturen - für chemische, biologische und medizinische Anwendungen zu entwickeln. Zum Beispiel könnten in Zukunft kleinste bioelektronische Implantate zerstörte menschliche Sinneszellen ersetzen. 

Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg: „Mit dem CHyN kann die Universität Hamburg im kompetitiven Forschungsfeld der Nanowissenschaften international sowie national sichtbar werden und den aussichtsreichen Forschungsbereich der Nanophysik in Hamburg langfristig etablieren. Das CHyN ist eine wichtige Maßnahme zur weiteren universitären Strukturbildung sowie zur Stärkung des Campus Bahrenfeld. Ich danke dem Bund und dem Land für diesen spektakulären Neubau und wünsche allen beteiligten Wissenschaftlern einen guten Start. Es ist ein großer Vorzug, dass sich nicht die Wissenschaft einem schon vorhandenen Gebäude anpassen muss, sondern ein Gebäude passgenau für die Wissenschaft errichtet wurde.“ 

Der schwingungsarme Reinraum mit „Käselochboden“ bietet bis zu 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre hybriden Nanostrukturen selbst zu präparieren. Er ist das Herzstück des neuen Forschungsbaus, der darüber hinaus mit rund 60 Laboren ausgestattet ist, die teils elektromagnetisch besonders abgeschirmt sowie schwingungsisoliert sind und somit die Forschung an Quanten- und Bio-Material erst möglich machen. Eine Heliumverflüssigungsanlage und zehn weitere Großgeräte ermöglichen höchstaufgelöste Messungen bei tiefsten Temperaturen. 

Prof. Dr. Robert H. Blick, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Nanostruktur- und Festkörperphysik, freut sich auf die zukünftigen Aufgaben: „Wir wollen neuartige Festkörperstrukturen herstellen und eine Brücke schlagen zwischen der physikalisch orientierten und der biologischen sowie medizinischen Forschung an der Universität Hamburg oder auch zum Deutschen Elektronen-Synchrotron, zum Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie, zum Helmholtz-Zentrum Geesthacht, zum Centre for Structural Systems Biology oder zum Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.“ 

Das Gebäude bietet mit rund 5000 qm Raum für rund 130 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. 

Hintergrund

Das CHyN ergänzt den Schwerpunkt naturwissenschaftliche Strukturforschung am Standort Bahrenfeld. Zielsetzung der Arbeiten am CHyN ist die Erforschung und Anwendung von Strukturen auf der Nanometerskala, den sogenannten Nanostrukturen. Diese Nanoteilchen haben eine Größe von wenigen Atomen bis zu 100 Nanometern; ein Nanometer ist ein Millardstel Meter. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im CHyN sind dabei spezialisiert auf die Verbindung von nanoelektronischen und biologischen Materialien. Die dabei entstehenden hybriden (gemischten) Nanostrukturen bieten ein immenses Potential für neue Anwendungen in Medizin und Biologie. 

Der Bereich Nanophysik ist essentieller Bestandteil des hochschul- und strukturpolitischen Forschungsschwerpunktes „Materie und Universum“ der Universität Hamburg. Er soll mit der Ansiedelung des CHyN in Bahrenfeld eng an die dortigen Aktivitäten der Universität Hamburg angebunden und weiter gestärkt werden. 

Rückfragen der Medien

Julia Offen
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Pressestelle
Telefon: (040) 428 63 – 2322
E-Mail: julia.offen@bwfg.hamburg.de