Auftakt für Gründung eines Wissenschaftskollegs

Konferenz „Hamburger Horizonte“ legt Grundstein für das Hamburg Institute für Advanced Study (HIAS)

Heute eröffnet Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank im Hamburger Rathaus die Konferenz „Hamburger Horizonte“, die zugleich Auftakt für die Gründung eines Wissenschaftskollegs in Hamburg ist. Mit dem Thema „Zerfall von Ordnungen“  sollen die  „Hamburger Horizonte“ aufzeigen, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Bereichen der Geistes-, Sozial-, Natur- und Technikwissenschaften über ein  gesellschaftlich bedeutendes Thema miteinander und mit  Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen und ihre Perspektiven austauschen. Wichtige Themen der Gesellschaft und wissenschaftliche Expertise zusammenzubringen: Mit diesem Anspruch an die Rolle von Wissenschaft in der Gesellschaft sind die „Hamburger Horizonte“ zugleich der Auftakt für die Gründung eines Hamburger Wissenschaftskollegs. Das „Hamburg Institute for Advanced Study“ (HIAS) ist ein Projekt, das für die Wissenschaftsstadt Hamburg und ihre künftige internationale Sichtbarkeit eine besondere Rolle spielen soll.

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Auftakt für Gründung eines Wissenschaftskollegs Konferenz „Hamburger Horizonte“ legt Grundstein für das Hamburg Institute für Advanced Study (HIAS)

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Jeder exzellente Wissenschaftsstandort braucht ein Wissenschaftskolleg. Berlin hat eins, München hat eins, wir brauchen auch eins. Damit der Name Hamburg in Zukunft international stärker mit Spitzenforschung und exzellenter Wissenschaft in Verbindung gebracht wird. Und weil wir Koryphäen aus dem Ausland zeigen wollen, was wir zu bieten haben: eine vielfältige, hoch vernetzte Wissenschaftslandschaft mit weltweit profilierten Forschungsschwerpunkten und starken Hochschulen. Wichtig ist uns dabei, dass das HIAS nicht einfach ein weiteres Kolleg von vielen wird, sondern sich in Idee und Konzept abhebt von bestehenden Einrichtungen. Das ist das Ziel und die Herausforderung zugleich für die kommenden Monate: Die konsequente Kooperation und Zusammenarbeit, die wir gerade in der Hamburger Wissenschaft leben, auch auf das HIAS zu übertragen und möglichst vielen Einrichtungen die Chance zu geben mitzumachen.“ 

Universitätspräsident Prof. Dr. Dieter Lenzen ist für die Universität Hamburg, neben der Wissenschaftsbehörde und der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, von Anfang an dabei: „Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, als Gründungsmitglied einen wesentlichen Beitrag mit der Universität Hamburg für die Wissenschaft der Stadt geleistet zu haben, wovon die Konferenz ein erster Beleg sein soll. Das HIAS wird nach dem Muster großer internationaler Vorbilder die hohe Qualität des wissenschaftlichen Geschehens in Hamburg weiter stärken.“ 

Nach intensiven konzeptionellen Beratungen seit Sommer 2016 in einem Gründungsausschuss unter Leitung der BWFG, der Akademie der Wissenschaften und der Universität Hamburg befindet sich das Projekt nun in einer Vorgründungsphase. Für die Einrichtung und Unterhaltung des „Hamburg Institute for Advanced Study“ hat die Hamburgische Bürgerschaft bereits eine Anschubfinanzierung über je 500.000 € in den Haushaltsjahren 2017 und 2018 zur Verfügung gestellt, die dann zum Einsatz kommen kann.

Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer, Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg: „Wir haben uns seit vielen Jahren für die Gründung eines Wissenschaftskollegs in Hamburg eingesetzt und freuen uns sehr, dass wir nun gemeinsam dieses wichtige Projekt umsetzen können. Das Kolleg soll ein offener Begegnungsort werden und neben dem Austausch mit internationalen Wissenschaftlern auch Intellektuelle aus Kunst, Musik und Gesellschaft einbeziehen. Die internationale Sichtbarkeit Hamburgs als Wissenschaftsmetropole wird dadurch wesentlich gestärkt werden.“ 

Das HIAS soll künftig exzellente nationale und internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sogenannte „Fellows“, nach Hamburg holen, die im Kolleg unter besonders günstigen Bedingungen konzentriert und interdisziplinär an hochrelevanten Fragen der Gesellschaft forschen können. Große Vorbilder sind Einrichtungen wie das Institute for Advanced Study in Princeton und das Wissenschaftskolleg zu Berlin, in dem sich Fellows für einen Zeitraum von drei bis zwölf Monaten aufhalten, gemeinsam wohnen und über Fächergrenzen hinweg an großen Fragen der Gesellschaft, der Kunst, der Musik, der Politik, der Wirtschaft oder der Religion forschen. Dabei können sie auf das wissenschaftliche Netzwerk der Akademie der Wissenschaften und der Universität Hamburg und sowie weiterer Hamburger Hochschulen zurückgreifen. 

Wie die „Hamburger Horizonte“ Konferenz soll auch das HIAS den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern. Das Wissenschaftskolleg versteht sich gleichermaßen als Raum für Forschung und Gesellschaft mit dem Ziel, einen übergreifenden Ort für exzellente Wissenschaft und Forschung sowie für wissenschaftlichen Austausch mit nationaler und internationaler Anziehungskraft zu schaffen. 

Dr. Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung: „Als Hamburger Stiftung, die sich schon seit Jahrzehnten für den Wissenschaftsstandort Hamburg engagiert, freuen wir uns außerordentlich über die anstehende Gründung des neuen Wissenschaftskollegs. Die exzellente Qualität der wissenschaftlichen Einrichtungen in Hamburg und deren internationale Präsenz und Vernetzung wird durch das HIAS zusätzliche Impulse erfahren. Mit der Konferenz „Hamburger Horizonte“ möchten wir den Intentionen des Wissenschaftskollegs schon jetzt Sichtbarkeit verleihen – gerade dem Aspekt, der das HIAS von vergleichbaren Einrichtungen unterscheiden wird: der Wunsch, mit der Gesellschaft über die großen anstehenden Zukunftsfragen ins Gespräch zu kommen.“ 

In Deutschland gibt es derzeit 30 Wissenschaftskollegs in 11 Bundesländern. Das Wissenschaftskolleg soll dem Zweck dienen, einen neuen intellektuellen Begegnungsort für herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie für Intellektuelle aus Kunst, Musik, Politik und Wirtschaft aus Hamburg und der Welt zu schaffen. Die sog. Fellows können für eine begrenzte Zeit unabhängig von administrativen Verpflichtungen individuell und gemeinsam an Schwerpunktthemen arbeiten. Das HIAS soll intellektuelle Freiräume für seine herausragenden Fellows schaffen mit dem Ziel, die Hamburger Wissenschaft mit Impulsen und Innovationen sowie neuen Netzwerken auf höchstem Niveau zu fördern.  

Rückfragen der Medien:

Julia Offen
Pressesprecherin
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Telefon: (040) 428 63 – 2322
E-Mail: julia.offen@bwfg.hamburg.de