Führung ausländischer akademischer Grade

Der Artikel fasst die allgemeinen und die besonderen Regelungen zur Führung ausländischer Hochschulgrade zusammen und verweist auf das ausführliche Informationspapier der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, das hier zum Download angeboten wird.

Führung ausländischer akademischer Grade

vergrößern Doktorhut mit Häkchen (Bild: BWF)  

Für Inhaberinnen bzw. Inhaber ausländischer akademischer Grade, die mit Hauptwohnsitz amtlich in Hamburg gemeldet sind, ergibt sich die Befugnis zur Gradführung direkt aus der gesetzlichen Allgemeingenehmigung in § 69 des Hamburgischen Hochschulgesetzes (HmbHG) vom 18.7.2001 in der geltenden Fassung. Einer Einzelgenehmigung der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung zur Führung eines ausländischen akademischen Grades bedarf es aufgrund der gesetzlichen Allgemeingenehmigung somit nicht und kann auch nicht beantragt werden.

 

Von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung - Hochschulamt - werden Verfahren zur allgemeinen "Bewertung", "Anerkennung" oder "Gleichstellung" ausländischer Prüfungen und Studienleistungen nicht durchgeführt, weil es hierfür keine Rechtsgrundlage gibt (Ausnahme: Berechtigte nach dem Bundesvertriebenengesetz, s. Nr. 2.1 der Downloadversion). Entsprechende Zuständigkeiten entnehmen sie bitte Ziffer III der Downloadversion.

Zusammenfassung der allgemeinen Regelungen zur Gradführung

Ein im Ausland erworbener Hochschulgrad darf nach § 69 HmbHG in der verliehenen Form (Originalform) mit Angabe der verleihenden Hochschule (Herkunftshinweis) geführt werden, wenn er

  • aufgrund einer Prüfung
  • im Anschluss an ein tatsächlich absolviertes Studium
  • von einer nach dem Recht des Herkunftslandes anerkannten Hochschule
  • ordnungsgemäß verliehen wurde.

Bei der Regelung nach § 69 HmbHG handelt es sich um eine allgemeine Genehmigung. Die Inhaberin bzw. der Inhaber des Grades muss in eigener Verantwortung entscheiden, ob in ihrem bzw. seinem Fall die Voraussetzungen nach § 69 HmbHG zur befugten Gradführung (s. Nr. 3.5 der Downloadversion) erfüllt sind. Dieses muss ggf. den dazu berechtigten Stellen gegenüber nachgewiesen werden, z.B. durch Vorlage der Verleihungsurkunde, des Fächer- und Notenverzeichnisses, Transcripts, u. U. einer Bescheinigung des zuständigen ausländischen Ministeriums über die Anerkennung der Hochschule, einer amtlichen Bescheinigung über die rechtlich zugelassene Form der ausländischen Abkürzung usw. – alles im Original und ggf. mit Übersetzung durch einen auf deutsches Recht vereidigten Übersetzer/Dolmetscher.

Transliteration möglich

Die verliehene Form des Grades kann bei fremden Schriftarten (z.B. kyrillisch, arabisch) Buchstabe für Buchstabe in die lateinische Schrift übertragen werden (Transliteration).

Übersetzung möglich

Zum besseren Verständnis kann eine wörtliche Übersetzung in Klammern angefügt werden. Die wörtliche Übersetzung dient jedoch ausschließlich der Erläuterung des ausländischen Grades und darf nur zusammen mit dem ausländischen Grad, d.h. nicht selbständig, geführt werden. Die Übersetzung darf nicht geführt werden, wenn berufsrechtliche Regelungen dem entgegenstehen (s. Nr. 3.4 der Downloadversion).

Amtlich zugelassene Abkürzung möglich

Ist im Herkunftsland des Grades eine Abkürzung amtlich zugelassen oder nachweislich allgemein rechtsüblich, so darf auch diese – ebenfalls mit Herkunftshinweis – geführt werden (s. Nr. 3.1 der Downloadversion).

Umwandlung ausgeschlossen

Eine Umwandlung des ausländischen Grades in den entsprechenden deutschen Hochschulgrad ist, mit Ausnahme zugunsten der Berechtigten nach dem Bundesvertriebenengesetz (s. Nr. 2.1 der Downloadversion), ausgeschlossen. Daher darf der ausländische Grad auch nicht in deutscher Form (z.B. „Diplom-Ingenieur“, „Diplom-Kaufmann“, „Diplom-Sportlehrer“, „Dr. phil.“, „Magister Artium“) geführt werden.

Originalform verbindlich, gekaufte Grade untersagt

Eine andere Gradführung als die in der Originalform, wie sie in der Verleihungsurkunde angegeben ist (s. Nr. 3.6 der Downloadversion), in der Regel mit Herkunftshinweis, ist ebenso untersagt wie die Führung von durch Kauf erworbenen Hochschulgraden.

Geltungsbereich: Hamburg

Von dieser Regelung sind alle Inhaberinnen bzw. Inhaber eines ausländischen Hochschulgrades mit Hauptwohnsitz in Hamburg betroffen, d. h. sowohl Deutsche mit ausländischem Hochschulabschluss als auch hier wohnende Ausländerinnen und Ausländer. Wenn Sie Ihren Wohnsitz in ein anderes Bundesland verlegen, erkundigen Sie sich bitte bei dem jeweiligen Kultus-/ Wissenschaftsministerium nach der Rechtslage.

Zusammenfassung der besonderen Regelungen zur Gradführung

Bundesvertriebenengesetz

Berechtigte nach dem BVFG können im Wege eines antragsgebundenen und in der Regel gebührenpflichtigen Einzelfallverfahrens die Umwandlung ihres Hochschulgrades beantragen (s. Nr. 2.1 der Downloadversion).

EU-/ EWR-Länder, Schweiz, Europäisches Hochschulinstitut Florenz, Päpstliche Hochschulen

Grade aus diesen Ländern bzw. von diesen Institutionen können bei Erfüllung der Voraussetzungen nach § 69 HmbHG in der verliehenen Form ohne Herkunftshinweis geführt werden (s. Nr. 2.2 der Downloadversion).

Bestimmte Doktorgrade bestimmter außereuropäischer Länder

Diese Grade können bei Erfüllung der Voraussetzungen nach § 69 HmbHG in der abgekürzten Form "Dr." mit Herkunftshinweis bzw. ohne Herkunftshinweis geführt werden (s. Nr. 2.2 der Downloadversion).

Wichtige Hinweise

  • Anerkennung/ Bewertung von Auslandsstudien siehe Ziff. III der Downloadversion
  • Berufsdoktorate siehe Nr. 2.2 der Downloadversion
  • Übersetzung, Verwechslungsgefahr siehe Nrn. 3.4 und 3.7 der Downloadversion
  • Unbefugte Führung im Sinne von § 132 a Strafgesetzbuch siehe Nr. 3.5 der Downloadversion

Kontakt:

Frau Brandenburg, Andrea.Brandenburg@bwf.hamburg.de / Frau Rickert, Martina.Rickert@bwf.hamburg.de
Personal und Recht
Hamburger Straße 37
22083 Hamburg

Öffnungszeiten:

Donnerstags von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr.

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