Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

BNITM-Logo"Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer und neu auftretender Infektionskrankheiten. Derzeit (Stand 2015) ist das BNITM Partner in neun EU-Projekten. Von Hamburg aus koordiniert das Institut aktuell zwei dieser internationalen Projekte.

EU-Großprojekt zur Ausbildung von Wissenschaftlern in afrikanischen Ländern

Das „African Programme for Advances Research Epidemiology Training“ (APARET) ist 2012 in Zusammenarbeit mit der „African Field Epidemiology Network“ (AFENET, http://www.afenet.net/) und elf weiteren Partnern aus Afrika, Europa und Amerika initiiert worden.

APARET ist eine Fortbildungsinitiative mit dem Ziel, unabhängige Forschungsaktivitäten von Absolventen der Schulungsprogramme „Field Epidemiology Training Programmes“ (FETP) und „Field Epidemiology Laboratory Training Programmes“ (FELTP) in Afrika zu unterstützen.

Das Vierjahres-Programm wird von Dr. Norbert Schwarz, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM), koordiniert und von der Europäischen Union durch das Siebte Rahmenprogramm für die Finanzierung von Forschung und technologischer Entwicklung mit rund zwei Millionen Euro unterstützt.

www.aparet.org

BuruliVac – Suche nach einem Impfstoff für Afrika

vergrößern Mycobacterium ulcerans Kultur und elektronenmikroskopisch 10.500-fach vergrößert. Mycobacterium ulcerans Kultur und elektronenmikroskopisch 10.500-fach vergrößert.  (Bild: BNITM) Buruli-Ulkusist eine durch Mycobacteriumulceransv erursachte Infektionserkrankung und nach Tuberkulose und Lepradie dritthäufigste mykobakterielle Krankheit bei Menschen. Ein neuer Impfstoff könnte Hoffnung für Westafrika und für mehr als 30 weitere Länder weltweit bringen.


vergrößern Buruli-Ulkus (Ulcus tropicum) am rechten Ellenbogen eines Kindes und der Verursacher: Das atypische Mycobacterium ulcerans. Hier in Kultur und elektronenmikroskopisch 10.500-fach vergrößert. Buruli-Ulkus (Ulcus tropicum) am rechten Ellenbogen eines Kindes und der Verursacher: Das atypische Mycobacterium ulcerans. Hier in Kultur und elektronenmikroskopisch 10.500-fach vergrößert. (Bild: BNITM) Die Infektionskrankheit Buruli-Ulkus tritt weltweit in Sumpf- und Graslandschaften zwischen Savanne und Regenwald auf – insbesondere in Ghana und anderen Ländern West- und Zentralafrikas, aber auch in Bolivien, Peru, Mexiko, China, Indonesien, Japan und Australien. Bei Erkrankten, überwiegend Kinder, bilden sich große Geschwüre, meist an Armen und Beinen, die häufig zu schweren Verstümmelungen und Behinderungen führen.

 

vergrößern Fünf afrikanische und elf europäische Einrichtungen suchen gemeinsam nach einem Impfstoffkandidaten, der vor allem Kinder in Endemiegebieten schützen soll. Fünf afrikanische und elf europäische Einrichtungen suchen gemeinsam nach einem Impfstoffkandidaten, der vor allem Kinder in Endemiegebieten schützen soll. (Bild: BNITM) Wie es zur Infektion mit dem Erreger kommt, ist noch immer unklar. Eine Antibiotika-Behandlung ist möglich, jedoch langwierig, und Resistenzen stellen ebenfalls ein Problem dar. Ein Impfstoff würde nicht nur gesunde Menschen in den Endemiegebieten schützen – Er könnte auch als therapeutischer Impfstoff zum Einsatz kommen, um die Behandlungsdauer zu verkürzen und Rückfälle zu vermeiden.

 

Ziel des BuruliVac-Projekts auf einen Blick:

  • Identifizierung und EntwicklungvonImpfstoffkandidaten
  • Charakterisierung der schützenden Immunantwort
  • Aufbau von Kapazitäten in den afrikanischen Partnerinstitutionen, z. B. Workshops und Ausstattung mit Laborgeräten

Koordinator / Anzahl der Partner:

Prof. Bernhard Fleischer (Koordinator), Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin / 15 Partner

 

Projektdauer / Zeitraum:

39 Monate / 01.März 2010 – 30. Mai 2013

 

Gesamtbudget / EU-Fördermittel Gesamtprojekt:

4,6 Mio. Euro

 

Homepage:

www.burlivac.eu

www.bnitm.de

Mobile Diagnostik für Afrika: Das Labor aus der Transportbox

vergrößern Schulung von afrikanischen Personal am BNITM zu Diagnostikmethodiken für zukünftige Einsätze in afrikanischen Endemiegebieten Schulung von afrikanischen Personal am BNITM zu Diagnostikmethodiken für zukünftige Einsätze in afrikanischen Endemiegebieten (Bild: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin) In Ländern des tropischen Afrika kommt es immer wieder zu Ausbrüchen von Infektionskrankheiten. Häufig werden diese durch Viren bis hin zur gefährlichsten Risikogruppe 4 verursacht. Diese Ausbrüche können für die afrikanische Bevölkerung verherend sein und überfordern oftmals die Strukturen und Resources, die in Afrika für ein schnelles und adäquates Krisenmanagement zur Verfügung stehen.

Im Rahmen des Projekts „Establishment of mobile laboratories for pathogens up to risk group 4 in combination with CBRN capacity building in Sub-Saharan Africa“ werden drei mobile, von Personen tragbare und feldtaugliche Labore etabliert. Alle Geräte sind in stabilen Transportboxen verstaut, die je nach Notwendigkeit einen modularen Einsatz erlauben. Die Laboreinheiten sind außerdem mit Schutzausrüstungen ausgestattet, welche einen sichere Umgang mit hochinfektiösen Krankheitserregern am Ort des Geschehens (Krankenhäuse, Dörfer, etc.) ermöglichen.

Zwei der Laboreinheiten werden in Afrika (Irrua Specialist Teaching Hospital, Irrua, Nigeria und National Institute for Medical Research, Dar es Salaam, Tanzania) stationiert und vom dortigen Institutspersonal zum Einsatz gebracht. Die dritte Laboreinheit wird in Deutschland bleiben und mit europäischem Personal eingesetzt. Letztere soll für Missionen unter der Federführung der WHO im Falle von Ausbrüchen von Infektionskrankheiten weltweit zum Einsatz kommen.

Das EU-Projekt bringt Partnerinstitute aus der Europäischen Union und zwei afrikanischen Ländern zusammen. Technisch wird das Projekt federführend durch die Partner vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München implementiert.

Ziel des Projektes auf einen Blick:

  • Stärkung der Kapazität der EU und Afrika auf epidemische Infektionskrankheiten mittels mobiler Labordiagnostik zu reagieren
  • Forschung in Partnerschaft mit afrikanischen Instituten an endemischen und epidemischen Infektionskrankheiten
  • Capacity Building“ in afrikanischen Ländern hinsichtlich Managment von Epidemien
  • Bildung von Netzwerken für zukünftige Zusammenarbeit zu Infektionskrankheiten in Afrika.

Projektdauer/Zeitraum:

48 Monate; 12.2012 -12.2015

Projekt-Koordinator:

Prof. Stephan Günther, Abt. Virologie, BNITM

Konsortium: 5 Partner, 3 assoziierte Partner

  • IMB: Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr, München
  • PHE: Public Health England, Microbiology Services Division-Colindale, London, UK and Microbiology Services-Research (Porton), Salisbury
  • INMI: Istituto Nazionale per le Malatie Infettive "L. Spallanzani", Rome, Italy
  • PUM: Philipps-Universität Marburg, Institut für Virologie, Marburg
  • Spiez Laboratory, Spiez, Schweiz

Assoziierte Partner:

  • NCE: National Center for Epidemiology, Budapest
  • University of Ljubljana
  • RKI: Robert Koch-Institut

Gesamtbudget:

3,5 Mio. Euro

Website:

www.emlab.eu


Ebola-Ausbruch 2014 in Afrika – Schutzmaßnahmen und klinisches Management

 

vergrößern Gruppenbild des EVIDENT Teams Gruppenbild des EVIDENT Teams (Bild: © BNIT) Seit der großen Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika ist die Gruppe um Prof. Stephan Günther im steten Einsatz, um die Lage vor Ort und von Deutschland aus unter Kontrolle zu bringen. Prof. Günther konnte im November 2014 ein weiteres EU-Projekt (Horizon2020) einwerben, das auf dem EMLab-Projekt aufbaut. Das BNITM ist Koordinator diesen Projekts „EVIDENT“ mit einem Gesamtbudget über 1,7 Millionen Euro und insgesamt elf internationalen Partnerinstitutionen.



vergrößern Logo Evident Logo Evident (Bild: © EVIDENT) EVIDENT ist eine Forschungsplattform, die es ermöglicht, Ebola-Patientenproben für rein wissenschaftliche Zwecke zu untersuchen. Unter anderem versucht das Team um Prof. Günther die Immunantwort auf molekularer Ebene, Biomarker, die Virus-Evolution, Virulenzfaktoren und die Übertragungswege des Ebolavirus zu ergründen.




vergrößern Der Ebola Erreger Der Ebola Erreger (Bild: © BNIT) Ziel der internationalen Forschungsgruppe ist es, die menschliche Immunantwort auf eine Ebolavirus-Infektion bis in die Details zu verstehen. Die Forschungsergebnisse stünden letztendlich auch Impfstoffentwicklern zur Verfügung, um zukünftig ähnlich verheerende Ebola-Epidemien wie in 2014 verhindern zu können. Weiterhin wird die Gruppe den Einfluss von Ko-Infektionen auf den Krankheitsverlauf untersuchen sowie das Risiko der Virusübertragung durch Körperflüssigkeiten (z. B. Urin) ermitteln. Zudem wird die Virus-Evolution während einer Epidemie beobachtet und ausgewertet, um den Effekt genetischer Varianz untersuchen zu können. 


Ziel des Projektes auf einen Blick:

  • ergänzende Schutzmaßnahmen zum „EMLab“ (Diagnostik vor Ort)
  • menschliche Immunantwort auf eine Ebolavirus-Infektion zur Impfstoffentwicklung
  • Einfluss von Ko-Infektionen (z. B. Malaria)
  • Virusübertragungswege definieren
  • Virus-Evolution der Epidemie 2014 in Westafrika

 Projektdauer/Zeitraum:

24 Monate / 11.2014 -10.2016

Projekt-Koordinator:

Prof. Stephan Günther, Abt. Virologie, BNITM

Konsortium: 11 Partner

  • Philipps Universität, Marburg
  • Eurice European Research and project office GmbH, Saarbrücken
  • Artsen Zonder Grenzen (Medecins sans frontieres Nederland), Niederlande
  • Univerza V Ljubljani, Ljubljana, Slowenien
  • Orszagos Epidemiologiai Kozpont, Budapest, Ungarn
  • Robert Koch-Institut, Berlin
  • Bundesministerium der Verteidigung, Berlin
  • Department of Health
  • Institut National de la Sante et de la Recherche Medicale, Paris, Frankreich
  • Istutito Nazionale Malattie Infettive L.Spallanzani, Rom, Italien
  • Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg

 

Gesamtbudget:

1,7 Mio. Euro

Website:

www.evident-projekt.eu

www.bnitm.de

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