Fraunhofer-Institut für Additive Produktionstechnologien IAPT

Fraunhofer-Institut für Additive Produktionstechnologien IAPT

Durch den positiven Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft am 08. November 2017, steht der Institutsgründung nichts mehr im Weg – die LZN Laser Zentrum Nord GmbH wird zum 01. Januar 2018 in die Fraunhofer-Gesellschaft als Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT, kurz Fraunhofer IAPT, eingegliedert. Damit entsteht in der Hansestadt ein Kompetenzzentrum für die Additive Fertigung (3D Druck), welches es sich zum Ziel setzt, diese revolutionäre Produktionstechnologie durch angewandte Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen gezielt weiterzuentwickeln und zu industrialisieren.

 Prof. Claus Emmelmann, Geschäftsführer der LZN Laser Zentrum Nord GmbH, über die beschlossene Umfirmierung: »Ich bin sehr glücklich, dass die Hamburgische Bürgerschaft der Institutsgründung zugestimmt hat. Damit sind die Weichen für die Entwicklung einer der in Zukunft einflussreichsten Produktionstechnologien, der Additiven Fertigung, in der Hansestadt gestellt. Dies ist wiederum mit positiven infrastrukturellen Auswirkungen verbunden, da sich künftig viele Unternehmen für den Standort Hamburg entscheiden werden, um das umfangreiche Know-how des Fraunhofer IAPT nutzen zu können. Zugleich werden wir in den nächsten Jahren unsere Ressourcen, wie die Anzahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Infrastruktur verdoppeln.«

Über das Laser Zentrum Nord

Die LZN Laser Zentrum Nord GmbH (LZN) wurde im Jahr 2009 als Spin-off aus dem Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik (iLAS) der Technischen Universität Hamburg-Harburg gegründet. Als Kompetenzzentrum für Lasertechnologien versteht die LZN GmbH sich als Bindeglied zwischen Grundlagenforschung sowie industrieller Anwendung und setzt zukunftweisende Impulse für Unternehmen zur nachhaltigen Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Die Forschungs-, Entwicklungs- sowie Beratungsaktivitäten umfassen die gesamte Prozesskette von der Analyse bis hin zum fertigen Prototyp. Das LZN arbeitet mit Unternehmen aus den Bereichen Automobil, Schiffbau, Flugzeugbau, Medizintechnik, Werkzeug- und Maschinenbau zusammen. Die Bauteile werden aus Titan, Stahl, Edelstahl, Aluminium und Verbundwerkstoffen  nach dem Leitmotiv „Engineering in Light – Photonic Solutions for Ressource Efficient Products entwickelt bzw. optimiert und realisiert. Der Industriearbeitskreis „Light Alliance“ bietet Unternehmen die Möglichkeit „Engineering in Light“ in Theorie und Praxis anhand von Bauteildemonstratoren zu erlernen und zu realisieren. Mit professionellen Partnern aus Industrie und Forschung erschließen die Teilnehmer so den Zukunftsmarkt der 3D-Laser-Produktionstechnik. 

Die Additive Fertigung zeichnet sich durch ein Höchstmaß an Gestaltungsfreiheit aus, das in Bauteildesigns resultiert, die aufgrund ihrer Komplexität mit konventionellen Fertigungsverfahren nicht oder nur unter hohem Kostenaufwand herstellbar sind. Die Bauteilkomplexität ist nicht länger ein limitierender Kostenfaktor, denn diese wird durch den verfahrensspezifischen schichtweisen Aufbau der 3D Drucker nahezu vollständig von den Produktionskosten entkoppelt. Der Technologie wird somit ein disruptiver Charakter zugesprochen, da sie in Industriezweigen wie z. B. der Luftfahrt herkömmliche Produktionstechnologien partiell ablösen wird.

Bei industriellen Anwendungen wird derzeit primär das Lasergenerieren von Metallen und Kunststoffen genutzt, was eine der Kernkompetenzen der LZN Laser Zentrum Nord GmbH ist. Das LZN wurde 2009 unter Leitung von Herrn Prof. Claus Emmelmann gegründet und gehört mit seinen über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den Weltmarktführern im wissenschaftlichen 3D Druck-Technologietransfer. Es gilt als einer der Pioniere für den industriellen 3D Druck und inspiriert seit seiner Gründung erfolgreich verschiedene Branchen wie die Luftfahrt, die Medizintechnik, den Schienen-, Schiff-, Fahrzeug- und Maschinenbau für den 3D Druck. Dabei unterstützt das Laser Zentrum Nord aus Hamburg-Bergedorf tatkräftig in der bionischen Konstruktionsmethodik, der Maschinen- und Prozessqualifikation sowie der innovativen Technologieentwicklung. Im Zuge der Umfirmierung zum Fraunhofer IAPT gilt es nun, diese Kompetenzen um die übrigen additiven Produktionstechnologien zu erweitern und den bereits umfangreichen Maschinenpark entsprechend zu ergänzen. Hierfür steht der Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT in den nächsten fünf Jahren ein Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro zur Verfügung.