Hamburg Aviation – der Luftfahrtcluster

Die Metropolregion Hamburg verfügt über Kompetenzen, die sich auf alle Facetten des Flugzeugbaus, der Flugzeuginstandhaltung und des Flughafenbetriebes erstrecken. 

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Hamburg Aviation – der Luftfahrtcluster

Neben den drei großen Unternehmen Airbus, Lufthansa Technik und Flughafen Hamburg tragen mehr als 300 Zulieferer sowie verschiedene technologisch-wissenschaftliche Institutionen zum Know-how bei. Mehr als 40.000 hochqualifizierte Mitarbeiter zählt die Luftfahrtindustrie. Damit ist Hamburg einer der bedeutendsten Standorte der zivilen Luftfahrtindustrie weltweit.

vergrößern Logo Hamburg Aviation Logo Hamburg Aviation (Bild: © Hamburg Aviation) Familienbande

Wirtschaft, Wissenschaft und Senat haben im Januar 2011 mit 15 Mitgliedern den Verein „Luftfahrtfahrtcluster Metropolregion Hamburg e.V.“ gegründet, heute Hamburg Aviation. Neben Airbus, der Lufthansa Technik, dem Hamburg Airport, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), den Mittelstandsverbänden Hanse-Aerospace und HECAS sowie den Hamburger Hochschulen – Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg, Helmut-Schmidt-Universität (HSU), Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH), Universität Hamburg – gehören auch das Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT), das ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung, die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH und der Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) zu den Gründungsmitgliedern. Erster Vorsitzender ist Prof. Dr. Joachim Szodruch, zweiter Vorsitzende ist Dr. Georg Mecke (Airbus Operations GmbH). Außerdem im Vorstand:  Prof. Dr. Monika Bessenrodt-Weberpals (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg), Prof. Dr. Otto von Estorff (Technische Universität Hamburg-Harburg), Dr. Werner Etzenbach (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt), Harald Gloy (Lufthansa Technik AG), Jörg Manthey (HECAS e.V.), Ingo Martens (Hanse-Aerospace e.V.) und Andreas Richter (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation). Geschäftsführer ist Dr. Franz Josef Kirschfink.

Inzwischen gibt es zahlreiche weitere Fördermitglieder. Im März 2014 wurde das 100. Mitglied begrüßt. Alle Mitglieder zusammen bilden das Hamburg Aviation Network. Das Hamburg Aviation Board setzt die Ziele, fällt strategische Entscheidungen und steuert das Cluster. Hamburg Aviation Services ist die Geschäftsstelle. Sie übernimmt alle Aufgaben des operativen Managements.

Die Vereinsgründung ist ein Meilenstein in der erfolgreichen Entwicklung eines Branchennetzwerkes, das 2001 als „Initiative Luftfahrtstandort Hamburg“ an den Start ging – ein Jahr nachdem die Entscheidung gefallen war, den Luftfahrtstandort Hamburg für die Entwicklung und Produktion der A380 auszubauen. 2008 hat die Bundesregierung das Branchennetzwerk als eines der ersten Spitzencluster Deutschlands ausgezeichnet. Mit der ganzheitlichen Strategie, die Luftfahrt zukünftig noch ökonomischer, ökologischer, komfortabler, zuverlässiger und flexibler zu gestalten, hatte Hamburg Aviation den ersten branchenübergreifenden Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gewonnen und sicherte sich damit 40 Millionen Euro Forschungsgelder. 2014 wurde Hamburg Aviation zudem von der ECEI-Initiative der Europäischen Kommission mit dem GOLD Label als eines der am besten gemanagten Cluster Europas ausgezeichnet.

Ziel des Vereins ist es, die guten Prognosen der Luftfahrtindustrie in der Metropolregion Hamburg durch die neue Clusterstruktur einer echten Public Private Partnership zu nutzen und das damit einhergehende Wachstumspotenzial besser auszuschöpfen. Mit der stärkeren Einbindung der Industrie in das Clustermanagement und mit der neuen Vereinslösung werden wichtige Voraussetzungen geschaffen, direkt an nationalen und europäischen Programmen zu partizipieren. Neue Kooperationen und Gemeinschaftsprojekte sollen entwickelt werden, die helfen, den Weltrang in der Luftfahrtindustrie weiter zu festigen.

Tradition

Die Luftfahrttradition der Metropolregion ist inzwischen über 100 Jahre alt. Im Jahr 1911 wurde der Grundstein für die erste Luftschiffhalle in Fuhlsbüttel gelegt. Heute ist der Airport Hamburg der dienstälteste Flughafen der Welt, der noch an seinem ursprünglichen Standort betrieben wird. Doch der Flugzeugbau ist noch älter. So haben bereits 1909 in der „Centrale für Aviatic“ Luftfahrtpioniere mit selbst gebauten Kisten erste Flugversuche unternommen, die für ganz Deutschland bedeutend waren. Aus dieser Flugzeugschule entwickelten sich die Hansa- Flugzeugwerke. 1933 fiel dann der Startschuss für den Flugzeugbau im großen Stil: Die Schiffwerft Blohm&Voss gründete an der Elbe die Hamburger Flugzeugbau GmbH. Da für sie für den Bau der „Luftschiffe“ mehr und mehr qualifizierte Ingenieure benötigten, kam Ostern 1935 der Flugzeugbau als neue Abteilung an die Technischen Staatslehranstalten zu Hamburg, ein Vorläufer der heutigen Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Aus der Hamburger Flugzeugbau GmbH entwickelte sich 1969 Airbus. 14 Jahre zuvor, 1955, hatte bereits Lufthansa ihre technische Basis auf dem Flughafengelände errichtet. In eine ganz neue Luftfahrt-Ära hob Hamburg schließlich ab, als im Jahr 2000 die Entscheidung fiel, die Hansestadt neben Toulouse an der Entwicklung und am Bau des Airbus A380 zu beteiligen, dem modernsten Großflugzeug der Welt.

Von der A380 sowie dem erfolgreichen A320-Programm und dem neuen Langstreckenflieger A350 profitiert die gesamte Metropolregion. Die Airbus-Standorte in Stade als Kompetenzzentrum für Kohlefaserverbundstoffe und Buxtehude für Kabinenmanagement- Systeme sind wesentlich an den Programmen beteiligt. Im Kompetenznetz CFK-Valley Stade entwickeln Airbus und ein Netzwerk von Zulieferern zukunftsorientierte Bauweisen und automatisierte Fertigungsprozesse im Wachstumsmarkt carbonfaserverstärkter Kunststoffe (CFK). Ferner haben sich zahlreiche Zulieferbetriebe und Ingenieurdienstleister in Hamburg und Umgebung angesiedelt, die zum Teil von den Verbänden Hanse-Aerospace und HECAS vertreten werden.

Kabinenkompetenz

Der Luftfahrtstandort Hamburg hat sich insbesondere im Bereich Kabine und Kabinensysteme als internationales Kompetenzzentrum profiliert. Airbus entwickelt in enger Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Unternehmen moderne Kabinenausstattungen sowie ausgefeilte Technologien für alle Airbustypen, während Lufthansa Technik höchste Ansprüche in der VIP- Ausstattung erfüllt. Die Unternehmen arbeiten eng mit Hamburger Forschungseinrichtungen zusammen. Überdies bieten Hamburger Hochschulen Studiengänge mit dem Schwerpunkt Kabinenarchitektur und -systeme an.

Um die Entwicklung neuer ökonomischer und ökologischer Lösungen zu fördern und den Reisekomfort der Passagiere zu verbessern, hat Hamburg Aviation einen internationalen Wettbewerb ins Leben gerufen: den Crystal Cabin Award. Er ist weltweit der erste und einzige Preis für herausragende Innovationen im Bereich der Flugzeugkabine. Die Trophäen, die inzwischen ein begehrtes Gütesiegel sind, werden alljährlich im Rahmen der in Hamburg stattfindenden Aircraft Interiors Expo verliehen. Die weltweit größte Fachmesse für die Flugzeuginnenausstattung unterstreicht Hamburgs Spitzenposition im Bereich Kabine. Weitere Informationen: www.crystal-cabin-award.com.

Vision

vergrößern Hamburg Aviation – Gemeinsam für die Luftfahrt Hamburg Aviation – Gemeinsam für die Luftfahrt (Bild: © Hamburg Aviation) Als Spitzencluster der Bundesrepublik Deutschland nehmen die Luftfahrtunternehmen, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen in der Metropolregion Hamburg gemeinsam die Zukunft fest ins Visier: Das Fliegen soll noch ökonomischer, ökologischer, komfortabler, zuverlässiger und flexibler werden. Mit zahlreichen Forschungsprojekten für Produkt und Prozessinnovationen baut das Luftfahrtcluster seine Kompetenzfelder „Flugzeuge und Flugzeugsysteme“, „Kabinen und Kabinensysteme“, „Aviation Services“ und „Lufttransportsysteme“ weiter aus. 2014 kam zudem ein fünftes Feld hinzu: "Luftfahrtinformations- & Kommunikationstechnologie". So wird beispielsweise an der Brennstoffzelle als Energieversorger geforscht, an akustischen und klimatischen Verbesserungen in der Kabine gearbeitet, und es werden die Prozesse am Flughafen optimiert. Ein wichtiger Baustein der Strategie ist das Mitte 2009 gegründete ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH. Es bietet Testinfrastrukturen, in denen Akteure aus Industrie und Wissenschaft ihre Fähigkeiten vernetzen, gemeinsame Forschungsprojekte initiieren und neue Technologien in innovative Produkte überführen. Schwerpunkte sind dabei Kabinenkonzepte und -technologien, Luft- und Klimasysteme, Rumpf- und Systemintegrationen sowie Wasserstoff- und Brennstoffzellenanwendung. Darüber hinaus berät das ZAL kleine und mittelgroße Betriebe und unterstützt die Bildung von Kooperationen. Mit dem ZAL TechCenter entsteht in Finkenwerder eines der weltweit modernsten Forschungszentren für die zivile Luftfahrt, knapp 600 Ingenieure und Wissenschaftler an High-End-Testständen forschen hier in sechs Zukunftsthemen. www.zal.aero

Ein weiteres zukunftsfähiges Infrastrukturprojekt ist das neu gegründete Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT) – eine Lernortkooperation, bei der Industrie, Hochschulen und berufliche Fachschulen die bedarfsgerechte Fachkräftequalifizierung entlang der Wertschöpfungskette vernetzen. Schwerpunkte liegen auf der akademischen Lehre im Bereich Kabine und Kabinensysteme sowie in der Aus- und Weiterbildung im Bereich Avionik/Elektronik und Struktur. www.hcat.hamburg.de

Qualifizierung

Nachwuchstalente sind die Triebwerke der wirtschaftlichen Entwicklung – vor allem in der Luftfahrt. Hamburg hat das früh erkannt und bereits im Jahr 2000 die Qualifizierungsoffensive Luftfahrtindustrie gegründet. Ein pulsierendes Netzwerk, in dem sich Unternehmen, Hochschulen, Bildungseinrichtungen austauschen und gemeinsam unter Federführung der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation speziell auf die Anforderungen und Bedürfnisse der Luftfahrt zugeschnittene Qualifizierungsprogramme entwickeln. Dazu gehören neue Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Studienschwerpunkte, Rekrutierungsaktionen und Nachwuchsförderungen, wie zum Beispiel der Faszination Technik Klub.

Warum fliegt ein Flugzeug? Und warum kriechen Techniker mit einem Zahnarztspiegel in einen Flugzeugrumpf? Mit solchen Fragen beschäftigt sich der Faszination Technik Klub. Der Klub hat sich aus der Vorlesungsreihe „Technik für Kinder. Faszination Fliegen“ entwickelt, die Anfang 2015 zehnjähriges Jubiläum feierte, und bietet inzwischen das ganze Jahr über Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche an. Rund 200 Ministudenten lauschen bei jeder Vorlesung den Ausführungen der Professoren an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW Hamburg). Anschließend können sie das Gelernte in Betrieben und Laboren praktisch anwenden. Für Jugendliche organisiert die HAW Hamburg in Kooperation mit Unternehmen aus der Luftfahrtbranche jedes Jahr ein praxisnahes Sommercamp. www.faszination-fuer-technik.de

Service, Marketing und PR

Die Geschäftsstelle Hamburg Aviation Services ist bei der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH ansässig. Die HWF berät Unternehmen aus der Luftfahrtindustrie, die in Hamburg tätig sind oder sich hier niederlassen wollen, bezüglich der relevanten Standortbedingungen und unterstützt sie bei Expansionsvorhaben. Die Stadt Hamburg verfügt über eine ausgezeichnete Infrastruktur und attraktive städtische und private Gewerbeflächen. Ein besonderer Service ist die Firmendatenbank. Dort sind Informationen über Produkte und Dienstleistungen der Unternehmen in Hamburg und Norddeutschland sowie die direkten Ansprechpartner übersichtlich aufbereitet.

Das bei der HWF verankerte Luftfahrtcluster organisiert zahlreiche Netzwerkveranstaltungen und Messeauftritte. Es leistet die Öffentlichkeitsarbeit für den Luftfahrtstandort Hamburg, erstellt und verbreitet unternehmensübergreifende Informationen und berichtet regelmäßig über die Aktivitäten und neuen Entwicklungen. Instrumente dafür sind unter anderem die Internetseite www.hamburg-aviation.com, ein monatlich erscheinender Newsletter, sowie Social-Media- Kanäle wie www.facebook.com/hamburgaviation oder www.twitter.com/HAM_aviation. Außerdem besteht eine Zusammenarbeit mit der Clusterinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.


Kontakte:

Hamburg Aviation Wexstraße 7
D-20355 Hamburg

Vorstandsvorsitzender vom Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg e. V. / Hamburg Aviation Board: Prof. Dr. Joachim Szodruch

Geschäftsführer vom Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg e. V. / Hamburg Aviation Services: Dr. Franz Josef Kirschfink, Telefon: 040 22 70 19 53, franzjosef.kirschfink@hamburg-aviation.com

Marketing und Presse: Lukas Kirchner, Telefon: 040 22 70 19 131, lukas.kirchner@hamburg-aviation.com