SFB 841: Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen

Der Sonderforschungsbereich 841 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen“ (SFB 841) widmet sich den auslösenden Ursachen und Mechanismen entzündlicher Lebererkrankungen.

SFB 841: Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen

Erkrankungen der Leber sind gefährlich und häufig – sowohl in Deutschland als auch weltweit. Leberzirrhose ist eine der zehn häufigsten Todesursachen. Das Leberzellkarzinom ist eines der zehn wichtigsten Karzinome, und oft schädigen Infektionen das Lebergewebe. Immer spielen Entzündungen dabei eine entscheidende Rolle.

Die Herausforderung

Die Leberschädigung, darauf folgende Entzündung, Reparaturvorgänge im kranken Gewebe und auch die Krebsentstehung beeinflussen sich gegenseitig. Die Entzündung fördert die Regeneration des Organs, aber auch das Risiko der malignen Entartung. Reparaturprozesse hemmen die Entzündung, können jedoch in Narbenbildung münden, und damit die Organfunktion dauerhaft einschränken. Andererseits kann eine entzündete und geschädigte Leber sich komplett regenerieren – über diese Fähigkeit verfügt kein anderes Organ.

Ein besseres Verständnis dieser komplexen Zusammenhänge ist einerseits notwendig, um die Behandlungsmöglichkeiten bei Lebererkrankungen zu erweitern. Andererseits bietet Leberforschung die Chance, allgemein gültige Erkenntnisse zu Entzündung, Regeneration und Tumorbildung zu gewinnen. 

Konzertierte Forschung

Bisher waren die Fortschritte in der Leberforschung begrenzt, weil die Themen Schädigung, Regeneration, Krebsentstehung und Entzündung an fast allen wissenschaftlichen Einrichtungen getrennt untersucht wurden. Der Sonderforschungsbereich 841 (SFB 841) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen“ integriert zahlreiche Wissenschaftler und Projekte, die auf dem Gebiet der Leberforschung arbeiten, und ermöglicht so eine besonders effiziente Bearbeitung von Fragestellungen.

Mehrere Hamburger Forschergruppen haben in der Vergangenheit eine spezielle Expertise auf dem Gebiet der experimentellen Leberforschung erworben. In der Diagnostik und Therapie von entzündlichen Lebererkrankungen und Lebertumoren sind Hamburger Kliniken besonders erfahren. Um aus neuen Erkenntnissen möglichst schnell Nutzen für die Patienten zu ziehen, sind Grundlagenforschung und klinische Forschungsprojekte im SFB 841 eng miteinander verzahnt.

Das Ziel

Mit dem SFB 841 verfügt die Leberforschung in Hamburg über exzellente Voraussetzungen, Entzündungsprozesse in der Leber und damit ihre Erkrankungen besser zu verstehen, und daraus innovative Strategien für die Diagnostik und Therapie zu erarbeiten.

Ziel ist es, Entzündungsprozesse so beeinflussen zu können, dass sie keinen Schaden anrichten, sondern die Regeneration des erkrankten Lebergewebes fördern und die Krebsentstehung verhindern. 

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Aufbau des SFB

Aufbau des SFB

Der SFB 841 umfasst drei wissenschaftliche Projektbereiche (Projektbereich A “Infektion”, B “Immunregulation” und C “Konsequenzen”) mit insgesamt 20 Teilprojekten. Hinzu kommt ein Service-Bereich mit zwei Teilprojekten, der experimentelle Methoden entwickelt und diese den SFB-Projekten zur Verfügung stellt, sowie eine Nachwuchsforschergruppe. Das im SFB 841 integrierte Graduiertenkolleg fördert gezielt die Erstellung von Promotionen auf dem Gebiet der Infektions- und Entzündungsforschung.

Vernetzung

Am SFB 841 sind insgesamt 12 universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen beteiligt, mit einem Schwerpunkt der Projekte am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). In 22 Teilprojekten (16 davon am UKE) sind 25 Projektleiter und insgesamt etwa 100 Forscher eingebunden. Neben dem UKE und der Universität Hamburg beteiligen sich das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin sowie das Heinrich Pette-Institut (Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie), beide in Hamburg, das Biochemische Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und das Goldyne Savad Institute of Gene Therapy der Hebrew University of Jerusalem, Israel, an der Forschungsinitiative.

Regelmäßige Gastvorlesungen und Symposien mit Gastwissenschaftlern anderer Universitäten und Einrichtungen sorgen für den wissenschaftlichen Austausch über die Grenzen Hamburgs und Deutschlands hinaus.

Der SFB 841 befindet sich zurzeit in der zweiten DFG Förderphase (2014 - 2017).

Sprecher des SFB 841: Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, I. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Tel.: 040-74 10-5 39 10, E-Mail: sekretariatlohse@uke.de