Welchen Beitrag leisten Mangroven f?r den Klimaschutz?

Zwei Studierende von CEN Forscher Prof. Dr. Michael K?hl waren vier Monate in Fidschi unterwegs, um eine Methode zu entwickeln, die Biomasse der dortigen Mangrovenw?lder aufzunehmen und daraus die Kohlenstoffspeicher-F?higkeit zu ermitteln.?

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Welchen Beitrag leisten Mangroven f?r den Klimaschutz?

An den K?sten des s?dpazifischen Inselstaats Fidschi wachsen jede Menge Mangroven, jene salzwassertoleranten Geh?lze mit den charakteristischen hohen Wurzeln. Doch gibt es bisher wenige Daten ?ber diese Mangrovenw?lder als Kohlenstoffspeicher. Fidschi, bekannt als Vorreiter der Pazifikstaaten in Bezug auf Klimawandel, bem?ht sich, diese L?cke nun zu schlie?en. Burkhart Brielmaier und Sarah Reimer, zwei Master-Studierende der Holzwirtschaft an der Universit?t Hamburg, waren vier Monate vor Ort, um eine Methode zu entwickeln, die Biomasse der Mangrovenw?lder aufzunehmen und daraus die Kohlenstoffspeicher-F?higkeit zu ermitteln.

Was genau war das Ziel Ihres Aufenthalts auf Fidschi?


Burkhart Brielmaier (BB): Eine Methode zu entwickeln, wie man auf Fidschi am besten den Mangrovenwald inventarisieren kann, um daraus deren Kohlenstoffspeicher-Kapazit?t zu errechnen. Dazu mussten wir die Biomasse auf definierten Fl?chen aufnehmen.

Sarah Reimer (SR): Eine andere Aufgabe war aber auch, die einheimischen ?Forest Officers?, also die Mitarbeiter des Forstamtes?und andere Studierende mit unserer Methode vertraut zu machen, damit die Inventur theoretisch ohne uns weiterlaufen kann und eine nationale Mangroveninventur stattfinden kann.

Was bedeutet das, wenn Sie sagen ?Biomasse aufnehmen?? Wie muss man sich das vorstellen?


BB: Bei unserer Forschung arbeiten wir mit sogenannten Transecten und betrachten nur die h?lzerne Biomasse ?ber der Erde, keine Bl?tter und keine Wurzeln unter der Erde. Vier Monate w?ren zu wenig Zeit f?r die Erfassung der gesamten Pflanze gewesen. Die Probefl?chen in den Transecten sind jeweils drei mal?drei Meter gro? und jeweils 50 Meter voneinander entfernt.

SR: Die weit verbreitete Mangrovenart Rhizophora spp. w?chst wie Kraut und R?ben. An den meisten Standorten war es unm?glich zu sagen, an welcher Stelle der Baum anf?ngt und wieder aufh?rt. Genauso ist diese Mangrovenart stark miteinander verwachsen und bildet keinen richtigen Stamm aus. Daher kann eine St?ckzahl pro Fl?che wie bei einer konventionellen Inventur nicht aufgenommen werden.

Wir haben daher mit einem ?destruktiven Sampling? gearbeitet. Sprich, unsere Probefl?chen wurden dokumentiert und anschlie?end kleinges?gt und gewogen. Anstatt mit einer konventionellen Volumenfunktion arbeiten wir mit der Dichtefunktion, um auf die h?lzerne Biomasse zu kommen. Mit der Biomasse kann man dann den Kohlenstoffgehalt ermitteln.

Wem hilft es zu wissen, wie viel Kohlenstoff in den Mangroven gespeichert wird?


BB: Sowohl im Kyoto-Protokoll, als auch bei der Cop23, der UN-Klimakonferenz in Bonn, und vielen anderen Klimawandelaktionen haben sich die f?hrenden Industriel?nder dazu verpflichtet, Entwicklungsl?ndern in Bezug auf den Klimawandel zu helfen.

Wenn beispielsweise die Bundesregierung Ma?nahmen zum Mangrovenschutz auf Fidschi unterst?tzen m?chte, m?ssen wir erst einmal mehr ?ber die Bedeutung der Mangrovenw?lder wissen. Gelder werden nicht ohne fundiertes Wissen um die positiven Effekte auf den Klimawandel verteilt.

SR: Des Weiteren sind Mangrovenw?lder ein sehr wichtiges ?kosystem: Sie reinigen Wasser, bringen Biomasse ins Meer ? das ist wichtig f?r Korallen ? und liefern Medizin oder Feuerholz. Au?erdem dienen sie vielen Fischarten wie beispielsweise Haien als Brutst?tten. Und da sie Erderosionen verhindern, sind sie zudem sehr wichtig f?r den K?stenschutz.

Was genau mussten Sie hierf?r t?glich tun?


SR: Der soziale Aspekt spielt hierf?r eine sehr wichtige Rolle. In Fidschi herrscht das ?Chief-System?, so wie auf vielen anderen pazifischen Inseln. Sprich, man stellt sich in dem Dorf vor, zu dem das Mangrovengebiet geh?rt. Dies geschieht mit einem Sevu Sevu. Dabei werden die Absichten erl?utert und Kava (eine Wurzel) ?berreicht. Nimmt der Chief den Kava an, so bedeutet es, dass man nun zum Dorf geh?rt und freie Hand hat. Meistens stellte uns der Chief einen Bootsf?hrer zur Verf?gung, der uns zu unserer Probefl?che brachte.

Und wer hat Sie damit beauftragt?


BB: Wir wurden ?ber unseren Professor Dr. Michael K?hl von der Holzwirtschaft angesprochen, welcher wiederum Kontakt zur GIZ (Gesellschaft f?r internationale Zusammenarbeit GmbH) hat. Unser Projekt lief im Rahmen des REED+-Programms (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation and the role of conservation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks in developing countries).

Fidschianischer Mangroven- oder mitteleurop?ischer Mischwald, was darf es f?r Sie sein?


BB: Dies ist schwer vergleichbar. Der mitteleurop?ische Mischwald wird wirtschaftlich stark genutzt und ist fern von einem nat?rlichen Zustand. Hingegen sind Mangroven ein sehr sensibles ?kosystem und oft noch unber?hrt von Menschenhand. Die Natur passt sich hier an extremste Bedingungen an. Genauso ist die Arbeit in den Mangroven ein Extremum. Tropisches Klima, Moskitos und der modrige Geruch des schlammigen Bodens bringen noch eine besondere Note dazu. F?r jeden Abenteurer ein Eldorado.

Informationen zur Lehrveranstaltung

Kontakt

burkhart.brielmaier@studium.uni-hamburg.de

sarah.reimer@studium.uni-hamburg.de

Kontakt

Prof. Dr. Michael K?hl

Fakult?t f?r Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften
Fachbereich Biologie
Zentrum Holzwirtschaft
Weltforstwirtschaft
Tel.: +49 40 73962-100
E-Mail: michael.koehl@uni-hamburg.de
Website Holzwirtschaft?

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