Ausschreibung Hamburger Wissenschaftspreis 2019: Angeborene seltene Erkrankungen

Zum sechsten Mal schreibt die Akademie der Wissenschaften in Hamburg den Hamburger Wissenschaftspreis aus. Thema der Ausschreibung für 2019 sind Angeborene seltene Erkrankungen. Der Preis wird von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve mit 100.000 Euro dotiert. Mit der thematischen Ausrichtung 2019 soll die Bedeutung und Notwendigkeit der Forschung zu Angeborenen seltenen Erkrankungen mit allen ihren Facetten öffentlich bewusst gemacht und gefördert werden. Vorschläge können bis zum 31. Oktober 2018 eingereicht werden: http://www.awhamburg.de/akademie/preise/ausschreibung-2019

Ausschreibung Hamburger Wissenschaftspreis 2019

Die Erforschung der Ursachen und Therapiemöglichkeiten seltener Erkrankungen erfordert vermehrte Aufmerksamkeit und Förderung. Häufige Erkrankungen stellen für die Pharmaindustrie und die Gesundheitswirtschaft einen bedeutsamen Markt dar und werden deswegen wissenschaftlich intensiv bearbeitet. Für die Erforschung seltener Erkrankungen gibt es sehr viel weniger Fördergelder und wenig industrielles Interesse, was zu einer großen Benachteiligung der Betroffenen führt. Damit geht aber auch ein wissenschaftlicher Verlust einher, weil das Verständnis für die Entstehung einer seltenen Erkrankung oft grundlegende Einblicke in die Biologie des Menschen ermöglicht, die andernfalls nicht gelängen.

Es wird geschätzt, dass es etwa 6.000–8.000 seltene Erkrankungen gibt, die zwar jede für sich nur wenige Patienten, aber in ihrer Gesamtheit dann doch sehr viele Menschen betreffen. Vor allem Kinder sind betroffen, da seltene Erkrankungen meist genetisch bedingt oder durch genetische Faktoren mitbedingt sind. Gerade Erkrankungen, die durch komplexe genetische Veränderungen verursacht werden, bereiten in ihrem Verständnis große Probleme, aber auch solche, die sich durch das Zusammenspiel genetischer Prädisposition und äußeren Einflussfaktoren entwickeln. Hierfür sind neue Forschungsansätze gefordert. Darüber hinaus konnten viele sehr selten, vielleicht sogar nur in Einzelfällen auftretende Erkrankungen auf dem bisherigen Stand der Forschung noch gar nicht entdeckt werden. Der Hamburger Wissenschaftspreis 2019 soll daher die Bedeutung und Notwendigkeit der Forschung zu Angeborenen seltenen Erkrankungen mit allen ihren Facetten öffentlich bewusst machen und fördern.

Vorschlagsberechtigt sind in Deutschland arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Eigenbewerbungen sind ausgeschlossen. Kriterien sind die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit, die Relevanz und Zukunftsorientierung der Forschungsergebnisse und der vorgeschlagene Verwendungszweck für das Preisgeld. Vorschläge können bis zum 31. Oktober 2018 per Post oder auf elektronischem Weg beim Präsidenten der Akademie der Wissenschaften in Hamburg eingereicht werden:

An den Präsidenten der
Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Edwin J. Kreuzer
Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg
organisation@awhamburg.de

Über die Vergabe des Hamburger Wissenschaftspreises entscheidet eine Jury unter dem Vorsitz von Akademiepräsident Prof. Edwin J. Kreuzer. Weitere Mitglieder sind

Vera Cordes
Medizinjournalistin und Moderatorin

Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich
Universitätsklinikum Heidelberg; Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Prof. Dr. Thomas J. Jentsch
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin; Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Academia Europaea

Prof. Dr. Ansgar W. Lohse
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE); Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg

Prof. Dr. Stefan Mundlos
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Max-Planck-Institut für molekulare Genetik; Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Prof. Dr. Stefan Rose-John
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg

Der Preis wird im November 2019 unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen.

Weitere Informationen:

Catherine Andresen, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Akademie der Wissenschaften in Hamburg
040/42 94 86 69–24
presse@awhamburg.de

Hamburger Wissenschaftspreis
Mit dem Hamburger Wissenschaftspreis zeichnet die Akademie der Wissenschaften in Hamburg herausragende Forschungsleistungen auf Gebieten von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung aus. Sie vergibt den Preis alle zwei Jahre im Namen der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert. Erstmals wurde er 2009 im Bereich der Infektionsforschung an Prof. Dr. Stefan Ehlers verliehen, 2011 ging er zum Thema Energieforschung an Prof. Dr. Ferdi Schüth und 2013 erhielt ihn Prof. Dr. Mathias Jucker für seine Leistungen auf dem Gebiet der Demenzforschung. 2015 erhielt Prof. Dr. Roland Wiesendanger den Preis zum Thema Nanowissenschaften und 2017 erhielten Prof. Dr. Xinliang Feng und Prof. Dr. Klaus Müllen den Preis zum Thema Energieeffizienz.

Die Akademie
Der Akademie der Wissenschaften in Hamburg gehören herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen aus dem norddeutschen Raum an. Als Arbeitsakademie will sie dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zu intensivieren. Sie fördert Forschungen zu gesellschaftlich bedeutenden Zukunftsfragen und wissenschaftlichen Grundlagenproblemen und macht es sich zur besonderen Aufgabe, den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit anzuregen. Die Grundausstattung der Akademie wird finanziert von der Freien und Hansestadt Hamburg. Präsident der Akademie ist Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Edwin J. Kreuzer. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg ist Mitglied in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.

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