Prof. Dr. Christian Hübscher über seine erste Expedition als Fahrtleiter ins Mittelmeer

Prof. Dr. Christian Hübscher über seine erste Expedition als Fahrtleiter ins Mittelmeer

„Ich bin an vielen Orten an Bord der METEOR gegangen: in Ägypten, Panama und den Malediven. 1995 das erste Mal. Mit der knappen Begrüßung ‚Moin‘ setzt sofort ein Heimatgefühl ein.

Ganz gleich wie beschwerlich die Anreise war. Die Crew der Meteor haucht dem Schiff gewissermaßen eine Seele ein. Das schafft ein gutes Klima – zum Arbeiten und als Treffpunkt für Forscherinnen und Forscher aus aller Welt.

Meine erste Expedition als Fahrtleiter brachte mich ins Mittelmeer. Auf der Fahrt von Istanbul nach Alexandria haben wir den Meeresboden bis in 2.000 Meter Tiefe untersucht. Dabei sind wir auf eine 1.000 Meter mächtige Salzschicht gestoßen. Die Entdeckung eines Schlammvulkans am Meeresgrund hat uns veranlasst, diese Schicht genauer zu untersuchen. An dem Vulkan stiegen Flüssigkeiten aus der Tiefe auf. Das erschien uns ungewöhnlich. Bisher galt die Meinung, dass Salzschichten undurchlässig sind. Doch unsere Ergebnisse belehrten uns eines Besseren. Das sind wichtige Erkenntnisse – zum Beispiel wenn es um die Erkundung von Salzstöcken für die Lagerung von Atommüll geht. Dem neu entdeckten Schlammvulkan haben wir übrigens einen Namen gegeben: St. Pauli. Ob dieser jemals in die Seekarten eingetragen wird, weiß ich allerdings nicht.“

Prof. Dr. Christian Hübscher

Geophysiker am Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg