Dr. Julia Köhler über ihre erste Fahrt auf der METEOR nach Island

Dr. Julia Köhler über ihre erste Fahrt auf der METEOR nach Island

„Schon als Studentin wollte ich wissen, wie man auf Forschungsschiffen arbeitet. Also habe ich ‚angeheuert‘ – auf der METEOR.

Es ging von Neufundland durch die Irmingersee nach Island. Lange und harte Arbeitstage standen auf dem Programm. Vor allem wenn die in mehreren tausend Metern Tiefe verankerten Messsysteme hochgeholt wurden. Riesige Seilwinden, peitschende See und die Ungewissheit, ob sich die Geräte mit den wertvollen Daten bergen lassen – entweder große Freude oder Enttäuschung und stundenlange Bergungsmanöver.

Heute untersuche ich das Meer aus 750 Kilometern Höhe. Mit Satelliten analysiere ich den Salzgehalt der Ozeane. Daraus können wir beispielsweise ableiten, wie sich der globale Wasserkreislauf verändert. Und doch sind sogenannte ‚in situ-Daten‘ unverzichtbar. Denn an den Küsten und in Polarregionen misst der Satellit ungenau. Mithilfe der vor-Ort-Messungen prüfe ich außerdem die Qualität der Daten aus dem All. Wann ich das nächste Mal an Bord gehe? Im Moment steht die Auswertung der Satellitendaten im Vordergrund – und mein kleiner Sohn, der ruhig noch etwas älter werden darf, bevor ich das nächste Mal in See steche.“

Dr. Julia Köhler

Ozeanographin am Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg