Prof. Dr. Kay Emeis berichtet von der Faszination der Forschungsreisen auf der METEOR

Prof. Dr. Kay Emeis berichtet von der Faszination der Forschungsreisen auf der METEOR

„Das Spannende auf einer Expedition ist das Unerwartete! Als Wissenschaftler ist man ja in der Regel mit einer festen Vorstellung oder einer Hypothese unterwegs.

Vor Ort ergibt sich jedoch oft ein neues Bild: Überraschende Ergebnisse, glückliche Zufälle oder die Chance, unerwartet etwas Neues zu entdecken – das macht die Faszination einer solchen Reise aus. So entsteht manchmal ein völlig neuer Ansatz und Ergebnis einer solchen ‚Planänderung‘ ist womöglich die nächste Expedition.

Technisch und logistisch ist jede Expedition detailliert durchgetaktet. Für die Besatzung und die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine sehr intensive Zeit, weil Tag und Nacht gearbeitet wird und verschiedenste Abläufe reibungslos ineinander greifen müssen. Als Fahrtleiter kommt man da manchmal ganz schön ins Schwitzen. Auch das Zusammenspiel der Disziplinen wird deutlich: Wenn die Seismologie große Methanvorkommen ortet, weisen Mikrobiologen die entsprechenden Bakterien nach. Und wenn Wasserproben aus der Tiefe an Bord kommen, dann warten auf dem Deck nicht nur die Ozeanographen, sondern auch Chemiker und Biologen.

Mich faszinieren solche Expeditionen bis heute. Gleichwohl ist der Aufenthalt an Bord anders als früher. Ich erinnere mich noch gut an meine Studienzeit, als man vier Wochen auf dem Roten Meer unterwegs war und am Ende Glück hatte, wenn im Hafen vielleicht ein Brief wartete. Heute gibt es Telefon, E-Mail und Internet an Bord, und so nimmt man das eigene Büro immer mit.“

Prof. Dr. Kay Emeis

Geologe am Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg und am Helmholtz-Zentrum Geesthacht