Prof. Dr. Gerhard Bohrmann erzählt von Tauchgängen mit dem Tiefseeroboter ein faszinierendes Ökosystem

Prof. Dr. Gerhard Bohrmann erzält von Tauchgängen mit Prof. Dr. Gerhard Bohrmann erzählt von Tauchgängen mit dem Tiefseeroboter ein faszinierendes Ökosystem Tiefseeroboter ein faszinierendes Ökosystem

„Schon meine erste Fahrt 2002 war etwas Besonderes: Die METEOR durfte das Schwarze Meer befahren, wo russische Kollegen Anfang der 70er Jahre erstmals Gashydrate entdeckt hatten. Sewastopol auf der Krim, die Ukraine und der kaukasische Kontinentalrand von Georgien – hier etablierte sich die deutsche Gashydratforschung. Gleichzeitig blieb dies eine Ausnahme. Zwölf Jahre später war die Region für die Forschung bereits nicht mehr zugänglich.

Ebenfalls unvergesslich: 2006 untersuchten wir erstmals mit dem Tauchroboter QUEST 4000 im südlichen Golf von Mexiko sogenannte Asphaltvulkane, auf denen sich einzigartige Organismengemeinschaften entwickelt hatten. Diese leben völlig ohne Licht, ausschließlich chemosynthetisch.

2007 fanden wir auf einer METEOR-Expedition im Indischen Ozean großflächig auftretende ‚kalte‘ Quellen am Meeresboden vor Pakistan. Dort taucht die arabische Ozeanplatte unter die eurasische Kontinentalplatte. Sieben Kilometer dicke Sedimente, die mächtigsten Ablagerungen dieser Art im Weltozean werden in der Knautschzone ausgepresst und Flüssigkeit und Gase steigen aus dem Meeresboden auf. Expeditionen mit dem Forschungsschiff SONNE hatten dies bereits bestätigt. Doch erst die Tauchgänge mit dem Tiefseeroboter setzten dieses faszinierende Ökosystem – das ebenfalls auf Chemosynthese basiert – ins rechte Licht.“

Prof. Dr. Gerhard Bohrmann

Meeresgeologe am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen