Prof. Dr. Monika Rhein über ihre ungewöhnlichste Fahrt auf der METEOR

Prof. Dr. Monika Rhein über ihre ungewöhnlichste Fahrt auf der METEOR

„Dass der Golfstrom die Karibik nicht nur durch die Florida-Straße verlässt, sondern ein Teil der Wassermassen früher abzweigt und östlich an Guadeloupe vorbeifließt, wissen wir erst, seit wir vor gut zehn Jahren mit der METEOR vor Ort waren. Damals haben wir dort Messgeräte verankern können, die uns wichtige Details über diesen ‚warmen Zweig‘ der meridionalen Umwälzbewegung verraten haben.

So gibt es eine Reihe von zentralen Erkenntnissen über Meeresströmungen und klimarelevante Prozesse im Ozean, die in den letzten 30 Jahren an Bord entstanden sind. Die Technik hat sich in dieser Zeit rasant entwickelt. Kombiniert mit Satellitendaten konnten wir beispielsweise zum ersten Mal überhaupt eine Zeitreihe des Golfstroms im offenen Ozean über 25 Jahre aufstellen.

Die Kombination der verschiedenen Verfahren ist häufig entscheidend: Schiffsmessungen helfen, Satelliten zu kalibrieren. Diese liefern dann flächendeckende Daten, jedoch nur von der Meeresoberfläche. Für mittlere Tiefen bis 3.000 Meter eignen sich Sonden oder Drifter. Für Nährstoff und Kohlenstoffbestimmungen sowie in großen Tiefen bleiben Probenahmen vom Schiff aus aber das Mittel der Wahl.

Meine ungewöhnlichste und wohl auch schönste Fahrt führte mich übrigens in den subpolaren Nordatlantik. Normalerweise ein eher raues Seegebiet, herrschte dort 2003 ungewöhnlich schönes Wetter. Mehr als einen Monat lang hatten wir täglich phänomenale Bedingungen, durchweg Sonnenschein und absolut ruhige See.“

Prof. Dr. Monika Rhein

Ozeanographin am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen