Festakt mit Afrikanisten-Tagung zur Verabschiedung von Hamburger Professorin am Internationalen Frauentag (08.03.2016)

Am Internationalen Frauentag kommen am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammen, die sich mit afrikanischen Sprachen beschäftigen. Anlass des Treffens ist die Verabschiedung der Hamburger Afrikanistin und Professorin Mechthild Reh. Die Tagung, die am Dienstag, den 8. März 2016, von 9.00 bis 19.30 Uhr in Raum 221, Edmund-Siemers Allee 1, Flügel Ost, stattfinden wird, widmet sich zudem erstmals Themen, die sowohl Sprachen der Adamawa-Familie, als auch der Gur-Familie (West-Zentral-Afrika) in den Mittelpunkt rücken. Im Anschluss findet ab 19.30 Uhr in den Tagungsräumlichkeiten ein Festakt statt, dessen musikalische Begleitung der Chor des Asien-Afrika-Instituts Hamburg und DJ Dr. Hauke Dorsch, Leiter des African Music Archive der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, übernehmen.

Festakt mit Afrikanisten-Tagung zur Verabschiedung von Hamburger Professorin am Internationalen Frauentag (08.03.2016)

Prof. Mechthild Reh ist weltweit eine der anerkanntesten Wissenschaftlerinnen, die ihre Forschungstätigkeit afrikanischen Sprachen widmet. Sie war die erste Vorsitzende des Fachverbands Afrikanistik in Deutschland und hat entscheidende Beiträge auf dem Gebiet der Grammatikalisierung, der kognitiven Linguistik und der Sprachpolitik in Afrika geleistet. Seit 1996 ist sie als Professorin für das Fachgebiet Afrikanistik an der Universität Hamburg tätig und wird am 31. März 2016 aus dem aktiven Hochschuldienst ausscheiden. In Hamburg war sie treibende Kraft im Sonderforschungsbereich „Umbrüche in afrikanischen Gesellschaften und ihre Bewältigung“ und hat sich engagiert für die Erhaltung und Profilschärfung des Fachs Afrikanistik eingesetzt, das in dieser Stadt eine lange Tradition hat. Der erste Lehrstuhl für Afrikanistik wurde 1909 am Hamburger Kolonialinstitut eingerichtet und kam 1919 an die gerade neu gegründete Universität. Dass es heute 4 Professuren an der Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik der Universität gibt, ist nicht zuletzt auch ihr Verdienst.

Für das Kolloquium, das zu Ehren der Verabschiedung von Professor Mechthild Reh stattfindet, wurde bewusst der Internationale Frauentag (08. März 2016) als Veranstaltungstermin gewählt. Die Veranstaltung ist inhaltlich auf Sprachen der Adamawa-Sprachfamilie und der Gur-Sprachfamilie fokussiert. Die Adamawa-Gruppe umfasst etwa 90 Sprachen in der Region Nigeria-Tschad-Kamerun, die Gur-Gruppe etwa 80 Sprachen, die in Teilen der Elfenbeinküste, Burkina Fasos, Ghanas, Togos und Benins verbreitet sind. In neuerer Zeit ist eine enge genetische Verbindung zwischen den Sprachen beider Gruppen anerkannt und die Annahme einer Gur-Adamawa-Gruppe nahezu Konsens. Das Kolloquium „Adamawa-Gur-Sprachen im Brennpunkt afrikanistischer Forschung“ bringt erstmals Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zusammen, die sich sowohl mit Adamawa-, als auch mit Gur-Sprachen beschäftigen.

Die thematische Schwerpunktsetzung des Kolloquiums hängt mit der Neuberufung von Dr. Raija Kramer als Juniorprofessorin für das Fachgebiet Afrikanistik an die Universität Hamburg zusammen. Frau Dr. Kramer hat den inhaltlichen Schwerpunkt von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mitgebracht, an der sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Projekt „Grundlagenforschung in den Adamawasprachen“ geforscht hat.

Dr. Raija Kramer, Juniorprofessorin für Afrikanistik an der Universität Hamburg, erklärte: „Ich freue mich, dass die Verabschiedung von Frau Professor Mechthild Reh aus dem aktiven Hochschuldienst von einem ihrer Bedeutung angemessenen Festakt begleitet wird. An der Tagung nehmen unter anderem Prof. Dr. Tom Güldemann von der Berliner Humboldt-Universität und der ehemalige Direktor des Instituts für Afrikanistik der Universität Köln, Prof. Dr. Bernd Heine, teil, der z.Zt. eine Gastprofessur an der Guangdong Universität in China bekleidet. Es bleibt zu hoffen, dass Professor Mechthild Reh der afrikanistischen Abteilung in Hamburg auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand als Kollegin und Forscherin in Projekten erhalten bleibt.“

Die Teilnahme an dem Kolloquium ist kostenlos. Vertreter der Presse sind herzlich willkommen.

Download Flyer der Veranstaltung

Für Rückfragen:

Frau Prof. Dr. Raija Kramer
(040)-42838 4440
raija.kramer@uni-hamburg.de

Herr Prof. Dr. Roland Kießling
040)-42838 2695
roland.kiessling@uni-hamburg.de

Weitere Informationen zum Kolloquium „Adamawa-Gur-Sprachen im Brennpunkt afrikanistischer Forschung“ finden Sie auf der Tagungs-Homepage der Universität Hamburg unter www.aai.uni-hamburg.de/afrika/adamawa-gur/.