Professor Mathias Schacht – Projekt Diskrete Mathematik "PEPCo"

Professor Mathias Schacht – Projekt Diskrete Mathematik "PEPCo"

Professor Mathias Schacht hat an der Technischen Universität Berlin und der Emory University in Atlanta Mathematik und Informatik studiert und 2004 an der Emory University promoviert. Danach kehrte er als Postdoktorand nach Deutschland zurück und arbeite bis 2009 an der Humboldt Universität zu Berlin am Fachbereich Informatik, an dem er sich 2010 die habilitierte. Seit 2009 ist Professor Schacht an der Universität Hamburg am Fachbereich Mathematik tätig. Von 2010-2015 geschah dies im Rahmen einer Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Neben Forschung und Lehre engagiert sich Professor Schacht an der Universität Hamburg im Fakultätsrat der MIN-Fakultät und im Ausschuss für Lehre und Studium des Akademischen Senats. 

Professor Schacht forscht in der Diskreten Mathematik mit Bezügen zur Theoretischen Informatik. Diskret bedeutet in diesem Zusammenhang „abgrenzbar“ oder „endlich“. Die Forschung in diesem Bereich entwickelt u.a. Modelle von endlichen, aber sehr komplexen Strukturen und Netzwerken und legt damit Grundlagen für die algorithmische Behandlung

und spätere Anwendungen. In seinem Spezialgebiet der Graphentheorie ist ein Graph nicht das Bild oder die Veranschaulichung einer Funktion, sondern ein abstraktes Objekt

bestehend aus einer Grundmenge, die sogenannten Ecken des Graphen, und aus Verbindungen/Relationen zwischen Elementen der Grundmenge, die sogenannten Kanten des Graphen, die Paare von Ecken verbinden. Komplexe und große Netzwerke sind in der Alltagswelt omnipräsent und Graphen eignen sich hervorragend für deren Abstrahierung und Modellierung. Zum Beispiel können die Kreuzungen eines Straßennetzwerkes als Ecken, und Straßen zwischen Kreuzungen als Kanten aufgefasst werden. Ein anderes Beispiel eines sehr großen Graphen ist das Internet, bei dem die Webseiten als Ecken modelliert werden und Kanten Verlinkungen zwischen Webseiten entsprechen. 

Zentrale Forschungsthemen von Professor Schacht neben der Graphentheorie liegen in der extremalen und probabilistischen Kombinatorik und der Ramseytheorie. Dabei arbeitete er unter anderem mit Sir Timothy Gowers (Fields-Medaille 1996) und Endre Szemerédi (Abel-Preis 2012) zusammen. Für seine Forschungsarbeiten wurde Professor Schacht selbst mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er für seine Dissertation den Richard-Rado-Preis der Fachgruppe Diskrete Mathematik der Deutschen Mathematiker-Vereinigung in 2006 und zusammen mit seinem Doktorvater Professor Vojtěch Rödl den George-Pólya-Preis für Kombinatorik der Society for Industrial and Applied Mathematics in 2012. Professor Schacht ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift Discrete Mathematics, des SIAM Journals on Discrete Mathematics und der Abhandlungen aus dem Mathematischen Seminar der Universität Hamburg. 

Das ERC-Project von Professor Schacht liegt in seinem Spezialgebiet, der extremalen und probabilistischen Kombinatorik. Hier werden strukturelle Fragen über abstrakte Graphen untersucht und zufällig generierte und pseudozufällige Modelle diskreter Strukturen erforscht. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei zufällige und pseudozufällige Netzwerke und Mengensysteme und die Frage, wie sich über die Dichte solcher Mengensysteme interessante Substrukturen erzwingen lassen.