Prof. Dr. Klaus Pantel – Früherkennung einer Metastasierung

Prof. Dr. Klaus Pantel – Früherkennung einer Metastasierung

Brust-, Prostata-, Lungen- und Darmtumoren sind verantwortlich für 90 Prozent aller neuen Krebserkrankungen in Europa. Die derzeitige Diagnostik basiert hauptsächlich auf der Erfassung der Größe der Tumoren, der Prüfung, ob Metastasen die Lymphe befallen haben, und auf der Sichtbarmachung von möglichen Metastasen durch bildgebende Verfahren. Diese diagnostischen Methoden sind nicht geeignet, um die Verbreitung von Tumorzellen - das Schlüsselereignis der Metastasenbildung - frühzeitig zu erfassen.

Das Forscherteam um Prof. Dr. Klaus Pantel, Direktor des Instituts für Tumorbiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), hat eine Methode entwickelt, mit der auch einzelne Tumorzellen im Blut und im Knochenmark aufgespürt werden können und auf molekularer Ebene charakterisiert werden. Die Methode erlaubt die direkte Beurteilung sich ausbreitender Tumorzellen und darüber hinaus das Feststellen des therapeutischen Ansatzpunktes des an Krebs Erkrankten. In Zusammenarbeit mit Forschern aus ganz Europa hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, die Früherkennung einer Metastasierung bei den vier häufigsten Krebserkrankungen durch Blut- und Knochenmarktests zu ermöglichen. Der Europäische Forschungsrat bewilligte bereits zum zweiten Mal eine Anschlussförderung des ERC-Grants. Mit den neuen Förderungen sollen Maßnahmen zur Weiterentwicklung im Hinblick auf Anwendungsreife, Kommerzialisierung oder Vermarktung der Methode geprüft werden.

Prof. Dr. Klaus Pantel wurde 1960 geboren und studierte Medizin an der Universität zu Köln. Er ist seit 2002 Direktor des Instituts für Tumorbiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und hat zwei Kinder.