Dr. Matthias Gamer – Die Charakterisierung sozialer Aufmerksamkeit

Dr. Matthias Gamer – Die Charakterisierung sozialer Aufmerksamkeit

Wie entsteht soziale Aufmerksamkeit? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Forschung von Dr. Matthias Gamer. „Wir Menschen haben eine außerordentliche Kompetenz darin, das Verhalten unserer Mitmenschen zu beobachten und einzuschätzen. Bereits sehr junge Kinder zeigen eine verstärkte Hinwendung zu sozialen Reizen und ziehen die Betrachtung von Gesichtern der von leblosen Objekten vor“, erklärt Dr. Matthias Gamer, der die Forschungsgruppe „Social and Applied Psychophysiology“ am Institut für Systemische Neurowissenschaften des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) leitet.

„Diese Fähigkeit – soziale Aufmerksamkeit – ist die Basis für menschliches Interaktionsverhalten. Wir wollen erstmals eine umfassende Charakterisierung sozialer Aufmerksamkeit leisten und die neuronalen Grundlagen dieser bedeutsamen Fähigkeit aufklären.“ Hierfür wird der Psychologe Untersuchungsmethoden wie zum Beispiel Augenbewegungsmessungen oder die funktionelle Magnetresonanztomographie einsetzen. In einem weiteren Schritt sollen dann Beeinträchtigungen sozialer Aufmerksamkeit beispielsweise bei Patienten mit sozialen Angststörungen oder Autismus untersucht werden. Nach der Annahme einer W2-Professur in Würzburg wird dieses Projekt kontinuierlich nach Würzburg transferiert.

Dr. Matthias Gamer studierte Psychologie an der Universität Mainz, wo er auch promovierte. Seit 2008 forscht er im UKE. Seine Arbeitsgruppe beteiligt sich unter seiner Leitung seit 2010 an einem europäischen Kooperationsprojekt, für das er unter anderem Unterstützung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhielt.