Kai Schmidt-Hoberg – Leiter einer eigenen auf Dunkle Materie spezialisierten ERC Arbeitsgruppe

Kai Schmidt-Hoberg – Leiter einer eigenen auf Dunkle Materie spezialisierter ERC Arbeitsgruppe

Die Frage ist Jahrtausende alt: Woraus besteht das Universum? Die erstaunliche Antwort lautet: Zu einem großen Teil nicht aus der normalen Materie wie wir sie kennen. In den letzten Jahrzehnten wurde zunehmend klarer, dass es eine weitere, geisterhafte Form der Materie gibt, die sogenannte ´Dunkle Materie´. Sie ist nicht sichtbar, aber ihre Existenz manifestiert sich in vielen astrophysikalischen Beobachtungen. Insbesondere kann man die Dunkle Materie über ihre Schwerkraft wahrnehmen, die sich beispielsweise auf die Bewegungsmuster von Sternen auswirkt. In den letzten Jahren konnte man sehr genau vermessen, wieviel von dieser Dunklen Materie es im Universum gibt: etwa fünf Mal mehr als von der normalen, sichtbaren Materie. Trotz dieses Wissens ist die Identität der Dunklen Materie, d.h. ihre genauen teilchenphysikalischen Eigenschaften, eines der größten wissenschaftlichen Rätsel unserer Zeit.
Kai Schmidt-Hoberg ist Wissenschaftler in der Theoriegruppe bei DESY in Hamburg. Er beschäftigt sich mit genau dieser Fragestellung. Nach Stationen in München, Oxford und am CERN in Genf ist Kai Schmidt-Hoberg seit 2015 Leiter einer eigenen auf Dunkle Materie spezialisierter Arbeitsgruppe im Rahmen eines durch die EU geförderten ERC Projekts. Da die Dunkle Materie mit hoher Wahrscheinlichkeit aus neuen, bisher unbekannten Elementarteilchen besteht, sollten ihre Eigenschaften mit der Sprache der theoretischen Elementarteilchenphysik beschrieben werden können. Die genaue theoretische Formulierung ist allerdings bislang unklar und Gegenstand aktueller Forschung. Die Zielsetzung dieses ERC Projekts ist es, das theoretische Verständnis der Dunklen Materie weiter voranzubringen, und zwar im engen Zusammenspiel mit neuesten experimentellen Erkenntnissen.