Hamburg vernetzt europäische Luftfahrtcluster

Cluster Partnership (EACP) initiiert und koordiniert diese Partnerschaft auch in Zukunft. Zur offiziellen Gründung und Unterzeichnung des Letter of Intent (LOI) kamen im Mai 2009 namhafte Vertreter aus 24 europäischen Luftfahrtorganisationen aus elf Ländern in Hamburg zusammen. Inzwischen ist die EACP auf 34 Mitglieder aus 13 Ländern gewachsen. Zu den Partnern zählen unter anderen die innovativen Luftfahrtcluster „Aerospace Valley“ und „Pôle Pégase“ aus Frankreich sowie der italienische Luftfahrtcluster „Campaniaerospace“, mit denen Hamburg bereits bilaterale Kooperationsabkommen hat. Die Gründung der EACP wurde im Rahmen des EUProjektes CLUNET von der Europäischen Kommission kofinanziert.

Hamburg vernetzt europäische Luftfahrtcluster

Die EACP dient als Plattform, um sich gegenseitig auszutauschen, länderübergreifende Projekte in die Wege zu leiten und die Branche sichtbar zu machen. Gleichzeitig soll sie sich zu einem wichtigen Ansprechpartner für die EU in allen Luftfahrtfragen entwickeln. Andreas Richter von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg: „Unser oberstes Ziel ist es, die europäische Position im hart umkämpften Markt zu stärken, vor allem gegenüber unserem größten Konkurrenten, den USA, sowie gegenüber den aufstrebenden Wachstumsmärkten Brasilien, Russland, Indien und China, den so genannten BRIC-Staaten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir den Europäischen Markt nicht nur vereinheitlichen und ausbauen, wir sollten auch danach streben, alle teilnehmenden Luftfahrtcluster dazu zu befähigen, Spitzenleistungen zu erbringen.“

Wie wichtig die Existenz der EACP für die Zukunft der europäischen Luftfahrtindustrie ist, hebt Dr. Christian Ketels vom Institute for Strategy and Competitiveness an der Harvard Business School in Boston (USA) hervor: „Die Verteilung der europäischen Luftfahrtindustrie auf viele verschiedene Standorte ist oft als wichtigster Wettbewerbsnachteil gegenüber den weltweiten Mitbewerbern kritisiert worden. Während die Konsolidierung in wenige starke Cluster ausschlaggebend ist, wird die europäische Wirtschaftsbasis weiterhin mehr Luftfahrtcluster als anderswo beherbergen. Die Zusammenarbeit dieser Cluster ist somit entscheidend, um die vorherrschende Vielfalt an Kompetenzen und Ressourcen in Europa in einen Wettbewerbsvorteil umzuwandeln und die Kosten der geografischen Distanz zu reduzieren.“

Dass grenzübergreifende Netzwerke ein essenzieller Teil des heutigen wie auch des zukünftigen Entwicklungszyklus sind, betont auch Prof. Joachim Szodruch, einst Vorstandsmitglied des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und derzeit erster Vorstandsvorsitzender vom Hamburg Aviation Board: „Lufttransport ist heutzutage ein globales Geschäftsfeld und ein weltweit bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Forschung, Innovation und Industrialisierung für erfolgreiche, wettbewerbsfähige Luftfahrtprodukte benötigen zunehmend die Unterstützung und Kooperation auf internationaler Ebene.“ 

Damit die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ebenfalls von dieser Partnerschaft profitieren, handelt es sich bei den Mitgliedern der EACP nicht nur um regionale Clusterorganisationen, sondern auch um Verbände, die als lokale Cluster funktionieren und Entwicklungsgesellschaften, die ebenfalls die Luftfahrtgemeinschaft in ihren Regionen vertreten. Die beiden Hamburger Verbände Hanse-Aerospace e. V. und HECAS e. V. beteiligen sich intensiv und sind durch den Hamburger Cluster repräsentiert. „Hanse-Aerospace hat langjährige Erfahrungen mit europäischen Luftfahrtclustern und viele enge Beziehungen zu regionalen Verbänden“, berichtet Uwe Gröning, Ehrenvorsitzender von Hanse-Aerospace e. V. „Ich bin mir sicher, dass wir einen wichtigen Beitrag zu dieser Partnerschaft leisten können. Wenn wir einander als Partner behandeln – auch wenn wir untereinander im Wettbewerb stehen – wird das innerhalb weniger Jahre für alle Mitglieder in den definierten Arbeitsbereichen Gewinn bringen.“

Thilo Schönfeld vom Luftfahrtcluster Aerospace Valley erläutert die Bedeutung der Clusteraktivitäten  für  die  KMU:  „In  den vergangenen  Jahren  sind  viele  regionale ‚Forschungscluster‘ entstanden, die große und kleine Unternehmen mit Forschung und Bildung sowie öffentlichen Entscheidern in einer ‚Triple-Helix-Struktur‘ zusammenbringen. Cluster unterstützen vor allem die kleineren regionalen Unternehmen dabei, vom Lead Market der Luftfahrt zu profitieren, indem sie die Kooperation von Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette fördern.“

In der EACP gibt es insgesamt vier Arbeitsgruppen:

  1. „Internationalization“ geführt von Dr. Thilo Schönfeld vom Luftfahrtcluster Aerospace Valley aus Toulouse;
  2. „Strategy“, deren Leitung José Juez Langara vom baskischen Luftfahrtcluster HEGAN gemeinsam mit Sérgio da Cunha Oliveira aus dem Portugiesischen Industrieverband PEMAS inne hat;
  3. „Skills“ gelenkt von Nadine Sablotny, Geschäftsführerin des Hamburg Center of Aviation Training (HCAT);
  4. „Technology“ unter Stabführung von Yalcin Yilmazkaya von der türkischen ACA - Aerospace Clustering Association in Zusammenarbeit mit Dr. Franz Josef Kirschfink vom Luftfahrtcluster Hamburg Aviation.

Die EACP arbeitet derzeit an verschiedenen Projekten. Eines davon ist das Projekt „BEAWARE“ (Bridging EAst West for Aerospace REsearch), das osteuropäische Cluster beim Aufbau unterstützt und ihre Beteiligung an EU-Forschungsprojekten fördert. Das Projekt „European Skills Hub for Aerospace“ hat sich auf die Fahne geschrieben, die Aus- und Weiterbildungsangebote in der europäischen Luftfahrt vergleichbar zu machen. 

Ingrid Schilling-Kaletsch, Vorstandsvorsitzende des HCATs (zur Arbeitsgruppe „Skills“ aus strukturpolitischer Sicht: „Innovationen sind das Ergebnis von Informationsverarbeitung und Wissensaustausch. Durch die Stärkung von Mobilität und Austausch fördert die Arbeitsgruppe das Vertrauen zwischen den Partnern. Sie trägt zur Bildung des international qualifizierten Personals bei, das Garant ist für die herausragende Qualität und die hohe Innovationsfähigkeit der europäischen Luftfahrtindustrie.“ 

Nikos Pantalos von der Europäischen Kommission kommentiert die Unterstützung  der EACP seitens der EU: „Cluster werden als vielversprechende Plattformen angesehen, die Innovationen fördern und die Konkurrenzfähigkeit stärken, insbesondere die der KMU. Darüber hinaus dienen sie der besseren Behauptung im internationalen Wettbewerb und regen die Schaffung von Unternehmen und Arbeitsplätzen in der EU an. Um jedoch mehr Cluster von Weltrang in den EU-Ländern zu entwickeln, müssen wir weiterhin mehr Exzellenz und Kooperation auf EU-Ebene anstreben.“ 

Franz Josef Kirschfink, Geschäftsführer von Hamburg Aviation zur Gründung der EACP: „Der Spitzencluster-Wettbewerb hat uns damals angespornt, auch die internationale Kooperation zum Vorteil der Luftfahrtindustrie in der Metropolregion Hamburg auszuweiten. Die Gründung der European Aerospace Cluster Partnership verleiht der Zusammenarbeit unter den europäischen Luftfahrtclustern einen großen Schub. Die EACP stellt einen wichtigen Meilenstein auf dem Wege zu einem europäischen Weltklasse-Cluster dar, durch den die Wettbewerbsfähigkeit aller beteiligten Partner, insbesondere die mittelständische Zulieferindustrie gestärkt wird.

Kontakt

Anna Maaßen
Managerin International Affairs
c/o Hamburg Aviation
Wexstraße 7 | D-20355 Hamburg
Telefon: +49 40 22 70 19 – 478
E-Mail: info@eacp-aero.eu

www.hamburg-aviation.com

www.eacp-aero.eu