Permafrost: Wehe, wenn es taut!

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Permafrost: Wehe, wenn es taut!

In weiten Gebieten der Arktis, Antarktis und in den Hochgebirgen ist der Boden das ganze Jahr hindurch gefroren. Diese Dauerfrostböden sind wichtige Faktoren im Klimasystem, denn in ihnen sind riesige Mengen Kohlenstoff eingefroren.

Kohlenstoff ist unter anderem in den Pflanzenresten enthalten, die im Permafrost lagern. Steigt die Temperatur im Boden, bauen Bakterien und Mikroorganismen dieses organische Material ab. Dabei entstehen Treibhausgase wie Methan und Kohlendioxid, die in die Luft entweichen und den Klimawandel vorantreiben. Treten diese Gase vermehrt aus, könnte es zu einer weiteren Erwärmung der Atmosphäre kommen und somit zu einem fortschreitenden Auftauen des Permafrosts – ein sich selbst verstärkender Prozess.

Aus der Forschung: In Sibirien untersuchen Hamburger Bodenkundlerinnen und –kundler, wie viel Treibhausgase dem Permafrost entweichen

Auf der Nordhalbkugel dehnen sich diese Permafrostböden etwa auf einem Viertel der Landfläche aus. Allein in Russland sind circa 60 Prozent des gesamten Gebietes von Permafrost unterlagert. In Sibirien, untersuchen Hamburger Klimawissenschaftlerinnen und –wissenschaftler deshalb, wie die gefrorenen Böden auf den Klimawandel reagieren.

Verglichen mit dem globalen Mittel prognostizieren Klimamodelle für den Norden Russlands einen doppelt so starken Anstieg der Temperatur bis zum Jahr 2090.

Das Team von Bodenkundlern der Universität Hamburg hat ein Netzwerk aus Messsystemen an drei Standorten in Sibirien installiert. Dort untersuchen die Forscher, wie viel Methan und Kohlendioxid tatsächlich aus dem Boden entweichen und welche Prozesse die Stoffflüsse steuern.

Das Team von Bodenkundlern der Universität Hamburg hat ein Netzwerk aus Messsystemen an drei Standorten in Sibirien installiert. Dort untersuchen die Forscher, wie viel Methan und Kohlendioxid tatsächlich aus dem Boden entweichen und welche Prozesse die Stoffflüsse steuern

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Zum einen zeichnen automatisierte Messgeräte die Treibhausgasflüsse auf großen Flächen und über mehrere Monate auf. Zum anderen kann mit Messungen unter abgeschlossenen Glashauben untersucht werden, wieviel Treibhausgase an einem Standort innerhalb eines bestimmten Zeitraums aus dem Boden in die Atmosphäre entweichen und wieviel Kohlendioxid die Vegetation aufnimmt.

Mit Hilfe von Rechenmodellen werden die gewonnen Daten anschließend für die Region hochgerechnet. So können Aussagen über vergangene und mögliche zukünftige Treibhausgasemissionen aus Permafrostböden getroffen werden.

Ein großflächiger Rückgang des Permafrosts kann globale Bedeutung entwickeln, da der bis dahin eingefrorene Kohlenstoff in Form von Treibhausgasen frei wird.